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Lyrikertreffen Münster 2019

Redaktion: 

Vorderseite der Broschüre zum Lyrikertreffen Münster 2019

Das Lyrikertreffen Münster gehört seit 1979 zu den herausragenden internationalen Kulturereignissen in Münster. Das Kulturamt Münster richtet das Treffen im Biennale–Rhythmus aus. Deutsche wie internationale Dichterinnen und Dichter, ihre Übersetzerinnen und Übersetzer, gefeierte Stars und junge Talente rücken Münster für drei Tage ins Zentrum der Gegenwartslyrik. Lesungen, Vorträge, Workshops und Gespräche ermöglichen Begegnungen zwischen Publikum, Lyrikerinnen und Lyrikern, zwischen Literaturwissenschaft und Literaturvermittlung. Auf diese Weise eröffnen sich nicht nur Einblicke in den Facettenreichtum aktueller Lyrik sondern auch in die Kunst ihrer Übersetzung.

Im Rahmen des Festivals wird seit 1993 der "Preis der Stadt Münster für europäische Poesie" verliehen. Ausgezeichnet werden damit ein international rezipierter Lyrikband und dessen eigenständige Übersetzung. Dotiert ist der Preis mit 15.500 Euro, die jeweils zu gleichen Teilen an den Autor und den Übersetzer gehen. Anlässlich seiner zehnten Verleihung 2011 wurde der "Einzugsbereich" des Preises über die Grenzen Europas hinaus erweitert. Unter dem neuen Titel "Preis der Stadt Münster für Internationale Poesie" kann er auf die politische Globalisierung eine weltliterarische Antwort geben.
Der Poesiepreis möchte:

  • auf einer breiten Ebene das Bewusstsein für die Öffnung in Europa verstärken;
  • auch die oft wenig beachteten guten Übersetzungen ins Bewusstsein der literarischen Öffentlichkeit heben;
  • die Literatur in ihrer Brückenfunktion für das Verständnis fremdsprachiger Nationen zeigen;
  • die Verlage dazu animieren, auch wichtige zeitgenössische fremdsprachige Lyrik in guten Übersetzungen zugänglich zu machen.

Das 21. Lyrikertreffen Münster mit der 14. Vergabe des Poesiepreises findet vom 24. bis 26. Mai 2019 statt. Hier findet sich das Programm.

Und hier gibt’s die Broschüre zum Lyrikertreffen als PDF.

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Der Poesiepreis 2019 geht an Eugene Ostashevsky, Monika Rinck und Uljana Wolf:

Cover zu Eugene Ostashevskys Buch

Der russisch-amerikanische Dichter, Übersetzer und Literaturprofessor Eugene Ostashevsky wird mit dem Preis der Stadt Münster für Internationale Poesie 2019 ausgezeichnet. In ihrer Begründung würdigt die Jury die Sprachakrobatik und den Formenreichtum eines Autors, „der virtuos alle Gattungsregister zieht - von Kinder- und Piratenlied über Traktat und Ballade bis zu Hip Hop und Rap“. Geehrt werden Ostashevsky und dessen Übersetzerinnen Monika Rinck und Uljana Wolf für den zweisprachigen Gedichtband „Der Pirat, der von Pi den Wert nicht kennt“ (2017, Verlag kookbooks, Berlin).

Verliehen wird der Preis beim Internationalen Lyrikertreffen Münster. Die Verleihung bildet am Sonntag, 26. Mai, den Abschluss des Lyrikertreffens. Samstags gibt es allerdings schon eine Preisträger-Lesung.

Im gekürten Gedichtband verstrickt Ostashevsky einen Seeräuber und einen Papagei in surreal-gewitzte Gespräche, in einen absurden poetischen Dialog. „Ein veritabler Piratenschatz immer neuer Rhythmen und Reime“, meint die Jury. Der Dichter kombiniere lyrische wie prosaische Fragmente aus unterschiedlichsten Sprachen, Sprachstufen und Sprachsystemen - teils ironisch gebrochen, entstellt oder zerlegt, doch immer „mit Wort(aber)witz und Wucht“.         

 Von einem „Glücksfall“ spricht die Poesiepreisjury mit Blick auf die Übersetzungsleistung. Monika Rinck und Uljana Wolf hätten dem sprachspielerischen Parforceritt Ostashevskys mit einem „Höchstmaß an Geist und Witz die Tore der deutschen Sprache geöffnet“. Beide arbeiten als Übersetzerinnen und blicken auf ein umfangreiches eigenes lyrisches Werk.

 

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