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Ernst Jandl Poetikdozentur 2019

Redaktion: 

Der Newsletter der Alten Schmiede meldet:

Literarischen Formen und Methoden der Bild-Beschreibung widmet der Schriftsteller und Lautdichter Michael Lentz seine Ernst-Jandl-Poetikdozentur. Unter dem Titel Innehaben. Enárgeia spricht er am 3.6. über spezifische Begrifflichkeiten im Verhältnis von Literatur und bildender Kunst, am 17.6. führt er in die vielfältigen Text-Bild-Beziehungen in seinem jüngsten Buch Schattenfroh. Ein Requiem ein – beides im Hörsaal 32 der Universität Wien. Vorbereitend auf die zweite Vorlesung präsentiert Michael Lentz am 4.6. gemeinsam mit dem Literaturwissenschaftler Andreas Puff-Trojan Schattenfroh in Lesung und Gespräch in der Alten Schmiede. Sprachphilosophische Überlegungen bilden darin den Ausgangspunkt einer Auseinandersetzung mit der individuellen wie mit symbolischen Vater-Figuren. Ein Konversatorium gemeinsam mit Studierenden des Instituts für Germanistik beschließt die Poetikdozentur von Michael Lentz am 18.6. wiederum in der Alten Schmiede.

Man nennt es schreiben. Ich habe kein Papier, keinen Stift, keine Schreibmaschine, keinen Computer. Ich schreibe in mein Gehirnwasser. Ich soll schreiben, dass ich freiwillig hier bin. Also schreibe ich: Ich bin freiwillig hier. Und da ich freiwillig hier sei, habe ich mich freiwillig den Zwängen dieser Gesellschaft unterworfen. Ich schreibe: Da ich freiwillig hier bin, unterwerfe ich mich freiwillig den Zwängen dieser Gesellschaft. Die Gesellschaft verlangt Unterhaltung. Mein Auftrag ist es, alles von Anfang an aufzuschreiben. Ich habe gesagt, das geht nicht. Ich wisse nicht, wann Anfang sei, und ich wisse nicht, was alles sei.

 

Leseprobe Schattenfroh

 

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