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20. poesiefestival berlin endet mit Besucherrekord

Redaktion: 

Haus für Poesie meldet

  Weltklang - Night of Poetry, photo: Mirko Lux

Mit einem Besucherrekord ist das 20. poesiefestival berlin (14 – 20. Juni) am gestrigen Donnerstag erfolgreich zu Ende gegangen. An sieben Festivaltagen kamen 13.000 Menschen in die Akademie der Künste am Hanseatenweg, um die 150 beteiligten DichterInnen aus 25 Ländern zu erleben und einen Einblick in die zeitgenössische Lyrik-Szene zu erhalten.

Reception Weltklang - Night of Poetry with Monika Grütters, photo: Mirko Lux

Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters eröffnete das Festival: „Das Poesiefestival ist in den 20 Jahren seines Bestehens zu einem internationalen Kristallisationspunkt der Dichtkunst geworden. Mit ihrer künstlerischen Experimentierfreude machen die Lyrikerinnen und Lyriker das Festival zu einem Fest der Vielfalt und der Weltoffenheit, der Kunst und Gedankenfreiheit – und damit zu einer Demonstration für Europas Werte. Gerade in diesen Tagen, in denen der Traum eines geeinten Europas auf erstarkenden Nationalismus stößt, brauchen wir die schöpferische Kraft der Poesie gegen die Diskursvergiftung.“

Rund um das Festivalmotto Endlich Zeit für Sprache hatte der Veranstalter, das Haus für Poesie, zusammen mit 62 Partnern über 50 hochkarätige Veranstaltungen organisiert.

Die Festivalausstellung Aubergine mit Scheibenwischer – Die Zeichnungen von Oaskar Pastior war von Herta Müller eröffnet worden. „Die Zeichnung […] ist frei, sie ist offen. Sie zeigt jedem Auge was anderes. So wie Pastiors Texte offen sind. Du liest das Gedicht, sagt er, indem das Gedicht dich liest. Auch die Gebilde lesen dich, wir sind frei, mit ihnen das zu machen, was unser Leben mit uns macht.“

Oskar Pastior: Frisch gewaschenes Gedicht (c) Oskar Pastior Stiftung Berlin / Deutsches Literaturarchiv Marbach

Weltklang – Nacht der Poesie versammelte an einem Abend acht Dichtende auf der Bühne, die in sechs Sprachen lasen. Mit Taschenlampe konnte das zahlreich erschienene Publikum mitlesen.

Die nicht-binäre Underground-Dichterin Eileen Myles aus New York löste einen Besucheransturm aus. Edmund White berichtete als Zeitzeuge vom Stonewall-Aufstand vor 50 Jahren, dem jedes Jahr mit dem Christopher-Street-Day gedacht wird.

In einem Forum über Hate Speech und poetischen Widerstand sprach der Philosoph Giorgio Agamben.

Berliner Rede zur Poesie 2019: Sergio Raimondi, photo: Mirko Lux 

Die diesjährige Berliner Rede zur Poesie hielt Sergio Raimondi aus Argentinien. Sein Text Probleme beim Schreiben einer Ode an den Pazifischen Ozean erkundete – in Auseinandersetzung mit Theodor W. Adorno – wie Poesie zeitgemäß auf den Kapitalismus, auf globale Waren – und Datenströme, reagieren kann. Die Rede liegt als Publikation im Wallstein-Verlag vor.

Bei der szenischen Inszenierung von Walt Whitmans Grasblättern (von Leopold von Verschuer in der Übersetzung von Jürgen Brôcan) wurde die verblüffende Aktualität des Textes herausgestellt.

Das 20. poesiefestival berlin ist ein Projekt des Hauses für Poesie in Kooperation mit der Akademie der Künste. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und des Auswärtigen Amts, mit freundlicher Unterstützung durch Maritim proArte Hotel Berlin. Präsentiert von taz, BÜCHERmagazin, tip Berlin, ASK HELMUT und Deutschlandfunk Kultur.

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Press Release of the Haus für Poesie
21 June 2019

20th poesiefestival berlin finishes with record attendance

The 20th poesiefestival berlin (June 14 – 20) finished successfully with a record attendance yesterday. On seven days 13.000 visitors came to the Academy of the Arts (Akademie der Künste) at Hanseatenweg to experience 150 artists from 25 countries and to get an insight into the contemporary poetry scene.

Haus für Poesie, the organizer, curated, together with 62 partners, over 50 exquisite poetry events. The Minister of State for Culture and the Media, Prof. Monika Grütters opened the festival.

On the vernissage of the festival exhibition Aubergine with Windscreen Wiper – The Drawings of Oskar Pastior, Herta Müller gave a speech: “The drawing […] is free, it is open. It reveals something different for each different eye. It is the same with Pastior’s texts. You read the poem whilst the poem is reading you.”

Weltklang – Night of Poetry gathered eight poets, who gave readings in six languages. With flashlights the audience was able to read along in German translations.

The non-binary underground poet Eileen Myles from New York caused a rush of visitors. As a first-hand witness Edmund White shared his experience of the Stonewall riot 50 years ago, which is being commemorated on Christopher Street Day each year.

The philosopher Giorgio Agamben spoke in a forum on hate speech and poetic resistance.

The Berliner Rede zur Poesie (Berlin Poetry Lecture) was held by Sergio Raimondi from Argentina. His text Problems with Writing an Ode to the Pacific Ocean explored – through a dialogue with Theodor W. Adorno – how poetry can give a contemporary response to the global streams of data and goods.

The staging of Walt Whitman’s Leaves of Grass (by Leopold von Verschuer in the translation by Jürgen Brôcan) exposed the astoundingly contemporary nature of the text.

The 20th poesiefestival berlin is a project of the Haus für Poesie in co-operation with the Akademie der Künste. Sponsored by funding from the Hauptstadtkulturfonds (Capital City Cultural Fund) and the German Foreign Ministry, with the kind assistance of the Maritim proArte Hotel Berlin. Presented by taz, BÜCHERmagazin, tip Berlin, ASK HELMUT and Deutschlandfunk Kultur.

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