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IchundIch

Redaktion: 

Flyer zur Aufführung © SCHAUSPIEL WUPPERTAL

„Zu wirr fanden die Freunde Else Lasker-Schülers das Manuskript von "IchundIch", zu unfertig, um veröffentlicht zu werden. So dauerte es lange bis zur Veröffentlichung und noch länger zur Uraufführung. 1979 in Düsseldorf war sie eine Andachts-Zeremonie, kurz darauf in Wuppertal sah man das Stück als ein Zirkus-Panoptikum mit Clowns. Nun wieder, zum 150. Geburtstag der Autorin, in ihrer Geburtsstadt Wuppertal etwas ganz anderes: ein Tanz-Sprechtheater, Körperkunst, Wortspielerei und Rätselbild.“ Gerhard Preußler bespricht aktuell auf nachtkritik die neue Aufführung von Else Lasker-Schülers IchundIch in Schauspiel Wuppertal.

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Else Lasker-Schüler wird zurecht als große und weltberühmte Lyrikerin gefeiert, und ganz besonders ihre Theaterstücke gelten als herausfordernd. Ihr letztes Drama ›IchundIch‹, entstanden 1940/41 während Lasker-Schülers Exil in Jerusalem, sprengte die Grenzen und hat bis heute nichts von seiner Schärfe und Aktualität eingebüßt. Es ist ein politischer Text, ein kühner Wurf, ein »cross-over« der verschiedenen Künste Schauspiel, Tanz, Film und Gesang. Die Dichterin zeigt in ihrer Überschreibung von Goethes ›Faust‹, wie die feinsinnige deutsche Kultur und Literatur von Nazihorden überrollt und gekapert wird. Faust und Mephisto diskutieren den Widerstreit von Gut und Böse. ›IchundIch‹ wurde nicht nur in Jerusalem geschrieben, es spielt auch dort. Erst im letzten Jahr wurde das Stück ins Hebräische übersetzt. 

Das Theaterstück ›IchundIch‹ gehört nach Wuppertal – ganz besonders im Jubiläumsjahr des 150. Geburtstages von Else Lasker-Schüler 2019. Ein installatives Raumkonzept macht die Wuppertaler Riedel-Hallen zum Erlebnisort. 

Unter der Leitung der israelischen Regisseurin Dedi Baron arbeiten Schauspieler_innen aus dem Ensemble gemeinsam mit Tänzer_innen. 

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