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Das Huhn im Kopf

Redaktion: 

Verfemung, Trauma und Entschädigung – eine Sonderausstellung vom 26. August bis 27. Oktober 2019 im Käthe-Kollwitz-Museum Berlin. Es präsentiert in diesem Spätsommer eine besondere künstlerische Trouvaille: die letzte Illustrationsfolge von George Grosz (1893–1959).

Als einer der ersten Künstler wurde George Grosz bereits im März 1933 von den Nationalsozialisten ausgebürgert. Obwohl er in den USA hochgeschätzt wurde, litt der Künstler sehr unter der Verfemung seines Werkes in der Heimat. Ende der 1950er Jahre entschloss sich der gesundheitlich schwer angeschlagene Grosz zur Rückkehr nach Berlin.

Im Rahmen der sogenannten „Wiedergutmachungspolitik“ der jungen Bundesrepublik wurde Grosz an seinem Lebensende für die Verunglimpfung seines Werks während des „Dritten Reiches“ finanziell entschädigt. Maßgeblichen Anteil hieran hatte der Mediziner Rudolf Omansen, der das entscheidende Gutachten über die körperlichen und seelischen Folgeschäden des Künstlers verfasste.

Bald verband Grosz und Omansen eine enge Freundschaft, die in der schöpferischen Zusammenarbeit um die Geschichte eines imaginierten Huhns mündete, das einen renommierten Professor in den Wahnsinn treibt: eine Parabel auf psychologische Traumata, unter denen Grosz nach der Ächtung und Teilzerstörung seines Werks durch die Nationalsozialisten selbst litt.

So bildet diese letzte Zeichnungsfolge den Ausgangspunkt für die Ausstellung im Käthe-Kollwitz-Museum, die mit Werken aus den kunsthistorisch so lange vernachlässigten amerikanischen Jahren und berührenden Fotos und Dokumenten einen ganz neuen Blick auf die letzten Lebensjahre des Künstlers ermöglicht.

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