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Celan heute lesen

Redaktion: 

Philip Scheiner ging in den Tonspuren des Ö1 dem heutigen Lesen von Celans Todesfuge nach, aktuell nachzuhören im radiohörer:

Gedichte zwischen Tod und Leben, zwischen Vergessen und Erinnern: Paul Celan betrachtete in seinem ersten offiziellen Lyrikband, „Mohn und Gedächtnis“ (1952), auf vielfältige und verschlüsselte Weise das Trauern um die Opfer des Nationalsozialismus, sein Trauern auch um die Eltern, seine „Überlebensschuld“.

Die Sammlung enthält Celans bekanntesten Text „Todesfuge“, der unmittelbar das Sein, das Morden, das Sterben im Konzentrationslager verhandelt: „Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends / wir trinken sie mittags wir trinken sie nachts“, heißt es da. Jene „schwarze Milch“ ist eines der schlüssigsten Bilder in Celans Poesie.

Wohin führen seine vom Symbolismus und von Dichtern wie Hölderlin und Trakl beeinflussten Worte? Erschließen sie sich anhand von biografischen Betrachtungen, mittels literaturwissenschaftlicher Methoden? Per Intuition? Oder bleiben die Gedichte unergründlich? Wo und wie forschen jene Menschen, die uns, zumal im Radio, Lyrik näherbringen: Schauspielerinnen und Schauspieler? Wie gehen sie vor, um sich und den Hörer/innen Dichtung zu entschlüsseln? Kann man Celan „ganz“ verstehen?

In den „Tonspuren“ unternehmen Schauspieler/innen eine gemeinsame Reise in und durch die (Be-)Deutungen seiner Lyrik, in die Gründe von „Gedächtnis“ und „Mohn“. Außerdem wurden, um die Unternehmung noch spannender zu machen, zwei Jugendliche zu demselben Thema befragt. Ihre Annäherungen erfolgen ohne Vorwissen – sie erschließen sich Celans „Todesfuge“ von Grund auf.

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