Fixpoetry

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Hausmanns Ibiza

Redaktion: 

Interessante Neuerscheinung am 30.09.2019 in der konstanz university press:
Der Traum von einem anderen Leben und Schreiben. Raoul Hausmann auf Ibiza.

Als Raoul Hausmann Mitte der 1930er Jahre nach Ibiza emigriert, war die Insel nicht nur Zufluchtsstätte zahlreicher Intellektueller, wie etwa Walter Benjamin, sondern auch ein Ort, an dem sich Tradition und Moderne in eigentümlicher Weise überkreuzten. Die Insel war zu dieser Zeit noch weit davon entfernt, eine touristische Destination zu sein. Hausmann entdeckt hier seine ethnographische Ader und dokumentiert die Landschaft und ihre Bewohner in Texten und Fotografien. Es lebten gerade einmal 30.000 Einwohner auf der gesamten Insel, die verschiedenen Tätigkeiten nachgingen. Sie waren Fischer, Landwirte und Handwerker zugleich und richteten ihren Hausstand dementsprechend ein. Ein jedes Ding hatte dort seinen Platz: Die Form folgte auch hier der Funktion - nur schon seit Hunderten von Jahren.
Für Hausmann war Ibiza eine regelrechte Entdeckung zwischen Archaismus und Avantgarde und wurde so zur Projektionsfläche eines anderen Lebens und Schreibens. Hausmann fertigte umfangreiche Studien zur besonderen ibizenkischen Architektur an, die als Präfiguration der klassischen Moderne auch von Le Corbusier und Gropius entdeckt wurde, arbeitete über die Geschichte der Insel, aber auch über archäologische Funde und ethnographische Besonderheiten. Er plante, aus diesen Arbeiten ein Buch zu machen, das er auch mehreren Verlagen anbot. Gleichwohl blieb dieses hybride Projekt zwischen Reiseführer und ethnographischer Studie unveröffentlicht und wird nun anhand der Materialien aus dem Nachlass erstmals ediert. Die Edition enthält zahlreiche Fotografien und Skizzen, die Hausmann eigens für die geplante Publikation anfertigte.

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