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Triumph der Farben

Redaktion: 

Blick in das zugrundeliegende Buch

Beim SWR 2 vor kurzem urgesendet und aktuell nachzuhören via radiohörer: Oswald Eggers Triumph der Farben als Hörspiel.

»Drumsagen, ein Umstrudel habe mir – dwätsch – allerlei Zwirbel … Diese von Ungewitterzuckungen zerrußte Finsternis jetzt, die Flächenblitznetze aus unblutigen Stegen, die Nuppeln, die herausgekniffen sind, all das Gebrodel gerinnt stinkig und graublau beriffelt, mit anfallenden Brandbahnen undurchsetzt und abgesprenkelt, brieselig, verblättert, wie Haut, und wie Milch.« Oswald Egger, »Triumph der Farben«

Dichtung als Welterkenntnis gebietet, gerade im schnelllebigen Medienzeitalter, Einhalt gegen den abgenutzten Sprachgebrauch, und so ist sie nicht einfach zu verstehen, wenn sie radikal ihrem Anspruch folgt; schließlich widersetzt sie sich dem selbstverständlichen Verstehen, um andere, vielleicht verschüttete oder neue Erfahrungen zu erschließen. Dichtung rettet die Welt nicht, aber sie ringt mit ihr.

In Oswald Eggers »Triumph der Farben« verschränken und vernetzen sich Alltagsbeschreibungen mit Nonsenssprüchen, Worterkundungen im spracharchäologischen Sinne mit dialektalen Wendungen sowie Wissenschafts- mit Kindersprache. Das alles ist nach einer strengen Partitur strukturiert. Der Transfer in die akustische Hörspiel-Färbung verleiht ihr die Leichtigkeit der sprachmusikalischen Bewegung, des Klangs, der nicht immer die Frage nach der Bedeutung stellt und gleichwohl beglückt.

Mit: Brigitta Falkner, Franziska Fuchsl, Handl Klaus, Bodo Hell u. a.
Regie: Iris Drögekamp

Leseprobe aus dem Buch, erschienen im Lilienfeld Verlag

 

 

 

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