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Zwei HOTLIST-Preise an einen Verlag!

Redaktion: 

Der Preis der Hotlist 2019 geht an die Edition Nautilus, Hamburg, für den Roman Das Fortschreiten der Nacht von Jakuta Alikavazovic. Der Hauptpreis der Hotlist ist ein Verlagspreis und mit 5000 Euro dotiert.

Edition Nautilus 2019 Ein Roman über eine asymmetrische Liebe in Zeiten zunehmender Angst. Paul, Sohn eines Maurers aus der Pariser Banlieue, und Amélia, Tochter eines reichen Vaters und einer Mutter, die verschwand, als sie einen Krieg verhindern wollte, tanzen über dreißig Jahre einen Walzer voller Ausweichschritte umeinander. Beide studieren Architektur – er verdient seinen Unterhalt mit Nachtschichten an der Rezeption eines Hotels, das Amélias Familie gehört und in dem sie lebt. Paul ist fasziniert von ihr. Alles an ihr ist ein Rätsel, ihr Kommen und Gehen, ihr wilder Intellekt, ihre Schönheit sowie die Gerüchte, die sie umgeben. Zunächst konkurrieren sie um die Gunst der Professorin Albers, doch bald entsteht ein nächtliches Liebesverhältnis. Nachts können sich die Parallelen ihrer beider Leben schneiden, nachts kann der Raum zu ihren Gunsten neu vermessen werden. Doch Amélia verschwindet, unbegreiflich für Paul. Die Stadt und das Leben darin werden indessen zunehmend von Angst geformt. Paul wird reich im Geschäft mit schusssicheren Fenstern, geheimen Räumen und Überwachungstechnik, und die Angst wird auch vor seinem eigenen Leben nicht halt machen. Schließlich erfährt er, dass Amélia damals nach Sarajevo gegangen ist, um ihre Mutter zu suchen. Zehn Jahre später kehrt sie zurück, und eine Tochter wird geboren. Doch niemand entkommt den Phantomen der eigenen Geschichte, die immer von Neuem beginnt. Elegant, evokativ und mit großem literarischen Feingefühl erzählt Jakuta Alikavazovic von dem, was unwiederbringlich verloren ist. Und von dem, was vielleicht noch gerettet werden kann. (Edition Nautilus)

Jakuta Alikavazovic, Foto: © Maia Flore Jakuta Alikavazovic wurde 1979 in Paris geboren, ihre Eltern kamen in den 1970er Jahren aus Bosnien und Montenegro nach Frankreich. Sie unterrichtet Amerikanistik an der Sorbonne. Ihr Debütroman "Corps volatils" (2007) wurde mit dem Prix Goncourt du premier roman ausgezeichnet. "Das Fortschreiten der Nacht" ist ihr vierter Roman. Er erhielt den Prix du Zorba und den Prix Castel du Roman de la nuit und war nominiert für den Prix Médicis und den Prix Femina.

Die Übersetzerin: Sabine Mehnert 1989 geboren und in Berlin aufgewachsen, studierte Philosophie, Romanistik und Sozialwissenschaften in Bochum, Montpellier, Berlin und Paris. Sie ist staatlich geprüfte Übersetzerin für Französisch, übersetzt auch aus dem Englischen und lebt in Paris. Sie übersetzt auch Drehbücher sowie philosophische und kunsthistorische Texte. 2018 war sie Stipendiatin des Goldschmidt-Programms.

2019 geht auch der von Buchhändlerinnen und Buchhändlern im Rahmen der Hotlist vergebene Melusine-Huss-Preis an die Edition Nautilus, ebenfalls für Jakuta Alikavazovics Roman Das Fortschreiten der Nacht. Damit kommt es erstmalig in der Geschichte der Hotlist zu einer Preisdoppelung.

Den Dörlemann ZuSatz (Satzkosten im Wert von 1500 Euro) erhält der Verlag weissbooks.w, neuerdings mit Sitz in Zürich.

Lennardt Loß
Und andere Formen menschlichen Versagens
Roman
159 Seiten, gebunden
20,00 EUR (D); 20,60 EUR (A); 31,90 CHF
ISBN 978-3-86337-175-3

Aus der Jurybegründung für den Hauptpreis:

"In ihrem Roman Das Fortschreiten der Nacht gelingt es der französischen Autorin Jakuta Alikavazovic bewundernswert, komplexe Zusammenhänge aus vererbtem Trauma, Angst, Erinnerung und Familiengeschichte zu einem mitreißenden Liebesroman zu verweben, in dem Liebe und Politik, Vergangenheit und Krieg, Kunst und Schmerz untrennbar miteinander verbunden sind. Der Hamburger Edition Nautilus gebührt großer Respekt dafür, diesen vielschichtigen Roman einem deutschen Lesepublikum nahezubringen."

Die Jury 2019

Manu Hofstätter (Buchhändlerin und Blog lesefieber.ch), Klaus Kowalke (Buchhandlung Lessing und Kompanie), Bettina Schulte (Kulturredaktion Badische Zeitung) und Sabine Vogel (Literaturkritikerin).
Die Preisverleihung fand am 16. 10.2019 im Lesezelt auf der Agora der Frankfurter Buchmesse statt.

Die HOTLIST

Die Hotlist präsentiert die Bücher des Jahres aus unabhängigen Verlagen des deutschsprachigen Raums. Die Liste entsteht durch eine Kombination aus Internetwahl und Juryentscheidung. Sie wurde 2009 gegründet und wird vom gemeinnützigen Verein der Hotlist organisiert und ehrenamtlich getragen. Die Hotlist steht heute als dritter großer Preis der Buchbranche neben dem Deutschen Buchpreis und dem Preis der Leipziger Buchmesse. 2019 beteiligten sich 160 unabhängige Verlage am Wettbewerb, 4735 Menschen nahmen an der Internetabstimmung über die Liste teil.

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