Fixpoetry

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Verschlungenwerden

Redaktion: 

Lesenwertes im suhrkamp logbuch: Miroslava Svolikova  macht sich Gedanken über DIGITAL TRANSPARENT GERIEBENE UNTIEFEN DER WELT und Friedrike Mayröcker.

„innovative kunst ruft immer auch eine veränderung von rezeptionsgewohnheiten hervor, stellt die alten zumindest in frage. die verweigerung der erwartungshaltung, die verschiebung der grenze, was als kunst betrachtet werden kann. wenn gute unterhaltung die erwartungshaltung der bürgerlichen ära ist, dann ist der skandal die verschiebung der grenze. wenn der skandal zur marketingstrategie und das wohlkalkulierte vor – den kopf stoßen schon zur erwartungshaltung geworden ist, die oberfläche der empörung zum guten ton, dann läuft das inkonsumierbare vielleicht in richtung des fragilen, in die subtilität hinein, in die tiefe des stroms, den auszuloten eine zeittechnische herausforderung wird. die verweigerung der kunst ist vielleicht immer auch ein stückweit, die anforderungen erfüllen, indem man sie nicht erfüllt.“

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Kommentar Frank Milautzcki:
Das nicht mehr Mundgerechte kann im Gegensatz zum Erwartbaren (und irgendwann ist auch die Veränderung der Rezeptionsgewohnheit erwartbarer, allgemein betriebener Standard) heute auch ein Aufbrechen in die Komplexität sein, eine Reise in die Sinntiefen, die unsere Welt designen und das Spektakel ist dann nicht das Skandalöse, sondern das Unspektakuläre, das aus dem Detail Geborgene, das zu einem neuen Verstehen hin Aufbrechende, fragil, subtil aus einem Jetzt gewonnen, das man will und das anzufassen man poetisch zustrebt.

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