Fixpoetry

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Kočo Racin (1908-1943)

Redaktion: 

Neuerscheinung im Leipziger Literaturverlag:
Den größten Teil seines kurzen Lebens hat der 1908 in Veles geborene mazedonische Dichter, Erzähler, Essayist und Publizist Kočo Racin in der Illegalität und in Gefängnissen verbracht. Angesichts eines solchen Lebenslaufes ist Kočo Racins literarisches Schaffen umso erstaunlicher. Besondere Beachtung verdient sein Hauptwerk, die Lyriksammlung Beli mugri (Weiße Dämmerungen). Es ist dies die erste Gedichtsammlung in mazedonischer Sprache überhaupt. Der illegal im kroatischen Samobor gedruckte und im November 1939 in Zagreb erschienene schmale Band umfaßt nur zwölf Gedichte, wobei es sich zweimal ("Elegien für dich" und "Ach, hätte ich in Struga einen Laden") um je einen Zyklus von sechs beziehungsweise sieben Gedichten handelt. In diesen sozial engagierten Gedichten klagt Racin über die unhaltbaren Zustände in Mazedonien zwischen den beiden Weltkriegen an, über die bittere Not der  Bauern, das Elend der Fabrikarbeiter, die Ausbeutung der Tabakpflanzer und das armselige Dasein der Tagelöhner, die als Wanderarbeiter oft monatelang von ihren Familien getrennt waren.

Auf den Punkt gebracht hat Racins soziales Engagement sowie den Einfluß der Volkspoesie auf sein lyrisches Hauptwerk Beli mugri der Münchner Slavist Alois Schmaus (1901-1970):
„Damals erwies sich besonders der junge Autodidakt Racin als begabter Lyriker, der in Rhythmus und Tonfall seiner Verse die volksdichterische Tradition dem Ausdruck persönlichen Erlebens und der Auseinandersetzung mit sozialen Problemen seiner Heimat dienstbar zu machen wußte.“

Die Bedeutung von Kočo Racins Gedichtsammlung Weiße Dämmerungen ist in ihrer kulturellen, historischen und politischen Bedeutung für das mazedonische Volk nicht zu unterschätzen.

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