Fix Zone

Giwi Margwelaschwili (1927-2020)

Redaktion: 

Ruhe in Frieden. Wir sprechen unser Beileid allen Angehörigen und Freunden aus.

Ein alter Leser ist über der Lektüre eines Gedichts gestorben: Frohgemut ist er in eine „poetische Landschaft“ eingetaucht, hatte sich darin verloren, verlesen, möchte man sagen, und „als er dann wieder umkehren wollte, war der Wald um ihn herum plötzlich sehr dicht, fast undurchdringlich dicht geworden“ (Zitat aus: Vom Tod eines alten Lesers, Verbrecher Verlag, erschienen in einer Rezension von Ute Eisinger 2009)

 

Hier ein Überblick über einen Teil der Werke von Giwi Margwelaschwili aus unserem Archiv

Die Lese-Lebenshilfe setzt sich durch
Die Bedeutungswelten des Giwi Margwelaschwili

Es ist beiden, Margwelaschwili und dem Verbrecher Verlag, zu wünschen, dass dieser radikale Textphilosoph gelesen wird. Eigentlich ist es auch der Leserschaft an sich zu wünschen, endlich zu erwachen und sich Kapitän Wakusch und seine Gesammelte Crew nicht entgehen zu lassen. Bedeutungswelten ist der Einstieg. (Jonis Hartmann 03.02.2018)

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Das Leseleben
Margwelaschwili entwickelt Fiktionen beiderseits einer Realitätsgrenze

Margwelaschwili entwirft in seinem Buch Das Leseleben in kurzen Prosastücken also eine Buchwelt mit eigenem Personal und Landschaft. Der Leser ist es, der beide Welten bewohnt, in der einen oder der anderen Welt auch die aktive Instanz zu sein scheint. Zuweilen proben die Bewohner der Buchwelt aber auch den Aufstand, so wenn es zum Beispiel Werther nicht mehr erträgt, dass man ihm beim Selbstmord zusieht und seine Pistole auf den Leser richtet. (Jan Kuhlbrodt  13.12.2014)

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Der verwunderte Mauerzeitungsleser
Ein grundlagentext zur „poetik des raumes“

ein philosoph, und großer erzähler, wandert durch die stadt, durch berlin, und „entdeckt“ – mauerinschriften, texte, auf mauern geschrieben. er ermittelt die befindlichkeit der stadt. er spürt den intentionen der „mauerbedichter“ nach, ergründet sinn hinter texten, die von zumeist uns unbekannten geschrieben, „hinterlassen“ wurden, sinn, den die texte für uns haben können, oft nach jahren, jahrzehnten noch. ( Uli Rothfuß 27.06.2010)

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Im Wandel der Perspektiven
Giwi Margwelaschwili und seine vergnüglichen Textontologien

Ein alter Leser ist über der Lektüre eines Gedichts gestorben: Frohgemut ist er in eine „poetische Landschaft“ eingetaucht, hatte sich darin verloren, verlesen, möchte man sagen, und „als er dann wieder umkehren wollte, war der Wald um ihn herum plötzlich sehr dicht, fast undurchdringlich dicht geworden“. Der Mann leistet auch keinen Widerstand, ja er zieht den dichterischen Gegen-Kosmos der Wirklichkeit vor – tief genug hat er sich hineinbegeben, um zu wissen, dass es in den drei Strophen hier behaglicher und vor allem spannender ist als im Himmel, in welchen er, der in der Realwelt Gutes tat, kommen würde. Soviel verrät der Nachlass des Lesers. (Ute Eisinger 20.12.2009)

 

 

 

 

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