Fix Zone

Sinnenleben

Redaktion: 

Neuerscheinung bei Hanser: Emanuele Coccia: Sinnenleben. übersetzt aus dem Italienischen von Caroline Gutberlet.

Das menschliche Leben besteht wesentlich im Sehen, Fühlen, Schmecken und Riechen der Welt. Dennoch spielte das Sinnliche in der Philosophie lange keine Rolle. Emanuele Coccia, Professor für Philosophiegeschichte in Paris, stellt dieser Denktradition einen anderen Ansatz entgegen. In seinem originellen Essay widmet er sich dem „Sinnenleben“ und zeigt: Erst durch das Vermögen unserer Sinne hängen wir an der Welt und hängt die Welt an uns. In Auseinandersetzung mit der Geistesgeschichte von Aristoteles bis Merleau-Ponty, von Averroes bis Helmuth Plessner entspinnt er Stück für Stück die Grundzüge einer Philosophie des Sinnlichen – des Sinnenlebens.

„Wir halten uns für rationale Wesen, die denken und sprechen, obwohl leben für uns vor allem bedeutet, die Welt zu sehen, zu schmecken, zu ertasten und zu riechen. Wir wissen, wir können nur durch das Sinnliche leben, aber nicht nur, weil wir (er)kennen müssen, was uns umgibt: Das Sinnenvermögen ist mehr als ein Erkenntnisvermögen. Unser Körper ist ganz und gar sinnlich. Wir sind sinnlich in demselben Maße und mit derselben Intensität, wie wir von Sinnlichem leben: Wir sind, für uns selbst wie für die anderen, nicht mehr als eine sinnliche Erscheinung: Unsere Haut und unsere Augen haben eine Farbe, unser Körper hat eine Ausstrahlung und gibt fortwährend Gerüche und Geräusche von sich, wenn wir uns bewegen, sprechen, essen oder schlafen.“ Emanuele Coccia

 

Leseprobe

Mehr aus der Fix Zone



April 2020



März 2020



Februar 2020



Januar 2020