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Apartment auf dem Uranus

Redaktion: 

Neu bei Suhrkamp: Paul B. Preciado: Ein Apartment auf dem Uranus. Chroniken eines Übergangs. Aus dem Französischen von Stefan Lorenzer.

Es war Karl Heinrich Ulrichs, der 1864 der »Liebe, die ihren Namen nicht zu nennen wagt«, erstmals einen Namen gab: Inspiriert vom griechischen Gott Uranos, bezeichnete er gleichgeschlechtliches Begehren als Uranismus. Mit dem Begriff forderte er als einer der Ersten überhaupt öffentlich das Recht ein, anders zu lieben.

Mit den Jahren habe ich gelernt,Träume als integralen Bestandteil des Lebens zu betrachten. Es gibt Träume, die wegen ihrer sinnlichen Intensität, ihres Realismus oder gerade wegen der Abwesenheit jedes Realismus mit dem gleichen Recht in eine Autobiografie gehören wie wirklich erlebte Geschehnisse. Das Leben beginnt und vollendet sich im Unbewussten, die Handlungen, die wir wachen Auges vollziehen, sind nur Inseln in einem Archipel der Träume.

Auf Ulrichs Spuren träumt Paul Preciado von einem Apartment auf dem Uranus, einem Ort fern der irdischen Kategorisierungen und Festlegungen, einem Ort der sexuellen Dissidenz. Preciados in diesem Band versammelte Texte verdichten sich zu der Erzählung eines Übergangs: einer durch die Einnahme von Testosteron angestoßenen Transformation des eigenen Körpers und der eigenen Identität – von Beatriz zu Paul. Zugleich dokumentieren und analysieren sie die im Wandel begriffenen politischen Verhältnisse. Von den Protesten im krisengebeutelten Athen über die verzweifelte Situation der Flüchtlinge auf den griechischen Inseln bis hin zur Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien begleitet Preciado Kämpfe um Würde und Autonomie.

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