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David Wojnarowiczs Audiotagebücher

Redaktion: 

David Wojnarowicz's Sounds in the Distance von 1982

Derzeit nachzuhören beim radiohörer: Im Schatten des amerikanischen Traums - Die Audio-Tagebücher des Künstlers David Wojnarowicz.

David Wojnarowicz, 1954 in Red Bank (New Jersey) geboren, war in den 70er und 80er Jahren fester Bestandteil der New Yorker Kunstszene. Als Autor und Fotograf war er ein scharfer Analytiker seiner Zeit und kämpfte mit radikalen ästhetischen Mitteln gegen die regressiven und rassistischen Kräfte in Kunst und Politik.

Als er 1992 an AIDS starb, hinterließ er dutzende Audiotagebücher mit Reflektionen seiner Kunst und seines Lebens. Ausgehend von diesen Aufnahmen zeichnet das Feature ein Portrait des Künstlers in seiner Zeit und geht der Frage nach, warum Wojnarwoicz heute so geschätzt wird wie nie zuvor.

Im Schatten des amerikanischen Traums
Die Audio-Tagebücher des Künstlers David Wojnarowicz
Von Jean-Claude Kuner
Regie: der Autor
Mit: Bernd Moss, Ole Lagerpusch, Boris Aljinovic, Jutta Hoffmann
Ton: Peter Avar, Martin Scholz
Produktion: RBB 2020

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Seine Bücher aus den 80er Jahren sind meines Wissens bislang nicht ins Deutsche übersetzt?

Außer einem von Stefan Ernsting übersetzten Buch im Mox & Maritz Verlag 2006:

Bayrischer Rundfunk: „Close to the Knives – von David Wojnarowicz ist, soviel sei vorweg schon gesagt, ein wichtiges Buch. Viel zu spät, aber von Stefan Ernsting hervorragend übersetzt, ist es ein apokalyptisch anmutender Trip durch die amerikanische sogenannte Moderne. Diese mit „Memoiren der Disintegration“ überschriebenen Briefe, Tagebucheinträge, autobiographischen Szenen, kompromisslos subjektiven Anklagen sind dabei zum Glück nie larmoyant. Wojnarovicz leistete sich nur seine rückhaltlose ehrliche Sicht der Dinge, denn sie war das, worauf er vor allem Anderen stolz war. Er, der einst als Stricher in amerikanischen Strassen gelebt hatte und 1992 – erst 38 Jahre alt – an Aids verstarb, war ein radikaler Poet, ein Autodidakt, ein wie trunken in wenigen Momenten von Liebe oder wenigstens einer Ahnung von Liebe dahintaumelnder Artist des lebendigen Untergrunds. Als Filmemacher, Autor, Maler und Zeichner, Fotograf konnte er gegen Ende seines zu kurzen Lebens wenigstens noch ein wenig verdiente Anerkennung erfahren. “

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