Fixpoetry

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Von der Arbeit regiert

Redaktion: 

Neu bei Suhrkamp und ab Morgen im Handel: Elizabeth Anderson: Private Regierung - Wie Arbeitgeber über unser Leben herrschen (und warum wir nicht darüber reden). Aus dem Amerikanischen von Karin Wördemann.

Der freie Markt war einmal ein progressives Projekt, das zur Befreiung der Lohnabhängigen führen sollte – von obrigkeitsstaatlichen Strukturen und von der Gängelung durch die Arbeitgeber. Elizabeth Anderson zeigt, was aus dieser schönen Idee geworden ist: reine Ideologie in den Händen mächtiger ökonomischer Akteure, die sich wenig um die Freiheit und die Rechte von Arbeitnehmern scheren. Sie arbeitet heraus, wie sich der positive Zusammenhang zwischen freiem Markt und freiem Arbeiter aufgelöst hat, und bestimmt die gegenwärtige Beziehung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern neu: als eine von quasi autokratisch herrschenden, privaten Regierungen und den von ihnen Regierten, die in vielerlei Hinsicht das Nachsehen haben. Eine beeindruckende Dekonstruktion eines Mythos des Marktdenkens.

„Anderson vertritt die Auffassung, dass private Regierung dann existiert, wenn Menschen in einigen Bereichen ihres Lebens Autoritäten unterworfen sind, die sie herumkommandieren und bei Missachtung der Anweisungen mit Sanktionen belegen können. Am Arbeitsplatz haben regierende Autoritäten außerdem willkürliche und rechenschaftsfreie Macht über die Arbeitnehmer. Libertaristen, Ökonomen und Politiker des freien Marktes setzen »Freiheit« fälschlicherweise mit Privatwirtschaft gleich und ignorieren die Realität, dass die Beschäftigung in großen Firmen für die meisten Angestellten die Unterwerfung unter eine Willkürmacht mit sich bringt, die über ihr Arbeitsleben hinausreicht.“ Stephen Macedo in der Einleitung zum Buch.

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