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Lange & kurze Balladen

Redaktion: 

Neuerscheinung bei iudicium: Mu Yang: Lange und kurze Balladen. Gedichte chinesisch – deutsch, übersetzt und herausgegeben von Susanne Hornfeck und Wang Jue.

Der Gedichtband „Lange und kurze Balladen“ beschließt das umfangreiche Werk des Lyrikers Yang Mu. Über Länder- und Ideologiegrenzen hinweg war er eine der bedeutendsten lyrischen Stimmen des chinesischen Sprachraums. In der traditionellen chinesischen Poesie verwurzelt, von westlichen Literaturtraditionen geprägt und in der üppigen Natur der Insel Taiwan beheimatet schuf er Texte von großer Komplexität und Strahlkraft. Ein Alterswerk, fremd und vertraut zugleich, das den deutschen Lesern hier erstmals erschlossen wird.

Yang Mu, geboren 1940 in Hualian/Taiwan, studierte Englische Literatur und klassische chinesische Philologie in Taizhong und Iowa. Er promovierte in Berkeley und übernahm 1971 eine Professur für chinesische Literatur und Komparatistik an der University of Washington in Seattle, wo er lange gelebt hat.
Yang Mu gilt als bedeutendster Lyriker Taiwans und hat sich in der gegenwärtigen chinesischen Literatur auch als Erzähler, Essayist, Kritiker und Übersetzer einen Namen gemacht. Er wurde mit vielen bedeutenden Preisen ausgezeichnet. Seine Gedichte sind in viele Sprachen übersetzt worden. Leider konnte er den hier vorliegenden Band nicht mehr selbst in Augenschein nehmen, er ist im März 2020 in Taiwan gestorben.

So sollten wir ihn in Erinnerung behalten: Als einen Bewahrer der Kunst des Gesangs, von ihren Ursprüngen in China und in Griechenland, seinen chinesischen Vorläufern so nahe wie den Griechen, den amerikanischen Zeitgenossen – oder dem jungen Hölderlin. Yang Mu war durch jenen „leisen Luftzug“ seines Wirkens als Dichter und Verstehender vielfältiger Kulturen eine Figur, die allem Schrillen entgegenstand, das heute zum Marktgeschrei geworden ist. Wir dürfen seinen Gesang nicht vergessen. Dafür war er zu wichtig und zu schön. Tilman Spengler

Die Übersetzerinnen:
Susanne HORNFECK ist Germanistin und Sinologin. Sie lehrte fünf Jahre als Dozentin an der Universität von Taipeh/Taiwan und arbeitet heute als Autorin und literarische Übersetzerin. 2007 erhielt sie den C.H. Beck-Übersetzerpreis und hat bisher drei erfolgreiche Jugendbücher publiziert.

WANG Jue stammt aus Shanghai, studierte in Taiwan klassische chinesische Literatur und war später in der Ostasiatischen Sammlung der Bayerischen Staatsbibliothek in München tätig. Heute lebt sie in Seattle und arbeitet als freiberufliche Beraterin für Museen und als literarische Übersetzerin.

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