Fixpoetry

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„Wohlfühljoghurts“

Redaktion: 

Schöne Besprechung: Birgit Schwaner bespricht aktuell für das Literaturhaus Wien: Isabella Breier: „mir kommt die Hand der Stunde auf meiner Brust so ungelegen, dass ich im Lauf der Dinge beinah mein Herz verwechsle“. Lyrikband in zwölf Kapiteln, mit Illustrationen von Hannah Medea Breier. Erschienen bei fabrik transit.

 „Es ist eine starke Stimme, die aus den Texten spricht, und "ich" sagt. Ihr eigener Ton wird von Gedicht zu Gedicht deutlicher "hörbar", hat auch etwas Kühnes, zeigt Experimentierfreude wie Verletzlichkeit. Wie hier mit einzelnen Wörtern gespielt wird, wie sie zerteilt und unkonventionell verknüpft werden, oder aneinandergekoppelt zu Neologismen oder nebeneinandergestellt in überraschenden Vergleichen, ironischer Aufzählung … – das zeugt von einer überbordenden Lust am Formulieren, an der Sprache, die sich noch beim Lesen überträgt:

Man erfreut sich etwa an aussagekräftigen Alliterationen wie "abends aufgelistet, morgens abgehakt: / Wiege, Wege, weggelegt: cultus, Coitus, Kostenvoranschlag" oder "bemühtes Stirnrunzeln auf Sternenparkett" (S. 250 f.); Komposita wie den "Wohlfühljoghurts" und dem "Paarimperativ" (S. 250); gelungenen Metaphern wie "mein wegdriftendes Halbinselherz" (S. 265) oder solchen, in denen Kulinarik und Sprachreflexion eine Verbindung eingehen wie beim "Phrasengulasch". Man trifft auf Zeilen, die als Aphorismen für sich stehen könnten und die man nicht vergessen will, wie "mein Kopf ist so einer, / der beim Kentern zu sich kommt" (Seite 118) oder "an jeder Theke gibt's Sackgassengespräche" (S. 126) …“

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