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Hölderlin und Heidelberg

Redaktion: 

Kabinettausstellung „Lange lieb ich dich schon …“ im Kurpfälzischen Museum Heidelberg:
Leben und Werk Friedrich Hölderlins (1770 - 1843) sind nicht nur mit dem Land Baden-Württemberg, sondern auch mit der Neckarstadt Heidelberg eng verbunden. Ausgehend von seiner berühmten „Ode an Heidelberg“ ist seine Wirkung auf die Stadt - als Namensgeber für ein Gymnasium in der Altstadt und ein Denkmal am Philosophenweg, nicht zuletzt aber als Forschungsgegenstand Heidelberger Wissenschaft – auf vielfältige Weise spürbar.
In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Heidelberg und dem Germanistischen Seminar der Universität verdeutlicht das Kurpfälzische Museum deshalb in einer Kabinettausstellung diese Wirkungsgeschichte. Kern der Ausstellung ist das bis heute vollkommenste lyrische Werk, das Heidelberg beschreibt, Friedrich Hölderlins berühmte Heidelberg-Ode. Erstmals ist die gesamte Handschrift des Oden-Entwurfes vereint. Weitere Sammlungsstücke des Kurpfälzischen Museums ergänzen diese literarische Kostbarkeit, so ein Exemplar des Erstdrucks in der Zeitschrift Aglaia, ein Porträt des Homer-Übersetzers Johann Heinrich Voß, die Pindar-Ausgabe aus dem Besitz der Familie Voß, Arbeiten des Universitätszeichenlehrers Friedrich Rottmann und Aquarelle seines Sohnes Carl, der in den 1830er Jahren Griechenland für die Landschaftsmalerei entdeckte.

Den Erstdruck der Heidelberg-Ode  entdeckt man über diesen Link zu Aglaia, Jahrbuch für Frauenzimmer auf 1801 (1,1 MB).

Hölderlins Handschrift umfasst nicht nur zwei zusätzliche Strophen, die später – wohl, um die Strophenzahl in Entsprechung zu den acht Pfeilern der in dem Gedicht prominent vorkommenden Alten Brücke zu bringen – getilgt wurden. Es weist auch biografische Bezüge auf, die Hölderlin in der späteren Redaktion zurückgenommen hat.

Um sich in dem komplizierten Entwurf besser orientieren zu können, begleitet die Faksimiles eine standgenaue Transkription. Sie hebt zum besseren Verständnis von Hölderlins Schaffensprozess die unterschiedlichen Arbeitsphasen farblich voneinander ab. Die differenzierte Darstellung der Textgenese geht über das hinaus, was in bisherigen Ausgaben festgehalten wurde.

Dazu eben erschienen bei Wunderhorn: Die berühmte Ode, die Hölderlin der Stadt Heidelberg gewidmet hat, ist den meisten Lesern nur in der Druckversion bekannt. Zu Hölderlins 250. Geburtstag bringt der Wunderhorn-Verlag eine Faksimile-Edition des ersten Entwurfs heraus, die dessen Handschriften vollständig versammelt und erschließt. Sie führt das im Kurpfälzischen Museum Heidelberg aufbewahrte Blatt mit jenem sich heute in der Würtembergischen Landesbibliothek (Stuttgart) befindlichen Blatt zusammen, das den Abschluss des Gedichtentwurfs enthält.

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