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Rückruf

Redaktion: 

Neues im Poetenladen: Marie T. Martin: Rückruf. Gedichte.

Wenn es eine Heldin in den Gedichten Marie T. Martins gibt, ist es die Natur: der Weißdorn, die Käferin im Gras oder die Stare, die sich kreisend am Himmel formieren. Die Natur ist zugleich das Vertraute, Dauerhafte, das zurückbleibt, wenn von Abschied und Tod die Rede ist. „Bekommst du noch Briefe von Toten?“, heißt es in dem Gedicht Brief im April. „Was siehst du ohne Augen?“ Wie Trost klingt, dass Blauschote und Glimmerkraut dort wachsen, wo die Augen nichts mehr sehen. Marie T. Martins neuen Gedichten ist zugleich Lakonie zu eigen. Selbst wenn der Koffer sich zugeklappt hat, die Stühle überwachsen sind und also die Vergänglichkeit leitmotivisch den Band durchzieht, scheinen in jedem Gedicht Bilder von großer Strahlkraft und Prägnanz auf. Die Endlichkeit der eignen Existenz und das  Aufgehobensein in einer umfassenderen Wirklichkeit, einer gleichsam kosmischen Transzendenz, haben in den Gedichten Marie T. Martins zur Sprache gefunden.

„In Rückruf, dem neuen Lyrikband von Marie T. Martin, sind die Namen der Flüsse verzeichnet und eingeschrieben, die Namen der Orte, Tiere und Pflanzen. Und es gibt eine zweite Existenz. Den zweiten Atem, die zweite Haut. Wenn der Weg über die Milchstraße zurückführt, muss einem nicht bange sein. Ihre Poetik ist durchlässig, offen, zugewandt. Und man kann es zurecht einen magischen Sprachrealismus nennen, der sich in diesen Texten zeigt; der etwas zu erwecken vermag. Keine Wiedererweckung im christlichen Sinn, eine emphatische Kraft trotz mancher Entbehrungen.“ Aus dem Nachwort von Tom Schulz

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