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Scherben

Redaktion: 

 

Neuauflage im Ventil Verlag:  Wolfgang Seidel: Scherben - Musik, Politik und Wirkung der Ton Steine Scherben.

1970 erschien »Macht kaputt, was euch kaputt macht«, die erste Single der Ton Steine Scherben, und schnell wurde der Refrain zum Kampfruf einer außerparlamentarischen Linken, die zutiefst geprägt war vom musikalischen US-Underground. Zum ersten Mal klang Rock mit deutschen Texten nicht fremdartig und peinlich, sondern im besten Sinne des Wortes authentisch.

Wolfgang Seidel, Gründungsmitglied der Scherben und bis heute als Musiker aktiv, will anlässlich der Jubelfeierlichkeiten um die Scherben, die sogar einen Rio-Reiser-Platz in Berlin-Kreuzberg möglich machen, eine kleine Korrektur an der Verklärung der Band vornehmen. Er hat Zeitzeugen versammelt, politische Aktivisten der 1970er und Freunde der Band, deren Erinnerungen die Vergangenheit noch einmal lebendig werden lassen.

„Die Botschaft der Mods oder von Kraftwerk angesichts der gigantisch gestie-genen Produktivkräfte war, dass es für alle reicht. Her mit dem schönen Leben. Die Botschaft vieler Hippies war eine rückwärtsgewandte Verzichtsideologie, die vor allem von denen vertreten wurde, die es am wenigsten nötig hatten. Die gab es auch in einer sich links dünkenden Variante. Bei den Scherben, die auftauchten, als der Optimismus der 60er abzuflauen begann und immer ein bisschen unentschlossen zwischen diesen Positionen schwankten, heißt es in »Mein Name ist Mensch«: »Jeder wird haben, was er braucht«. Aber was heißt das?“ Wolfgang Seidel

Das nun mit neuem Vorwort des Herausgebers wieder erhältliche Buch ist weitaus mehr als nur eine Bandgeschichte. Es bietet einen Überblick über die Mentalität der westdeutschen Linken in den 1970er- und 1980er-Jahren und reicht bis in die Gegenwart hinein.

 

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