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Politische Poetik

Redaktion: 

Kleine Presseschau: Der Standard führt ein Gespräch mit Monika Rinck, die derzeit eine Professur am Institut für Sprachkunst in Wien innehat:
„STANDARD: Sie stehen für eine politische Poetik. Schreiben und Lesen als ästhetischer Widerstand? Das Gedicht als Sozialkritik?

Rinck: Dies lässt sich nur im gesellschaftlichen Kontext beantworten. Denken Sie an die Verse des türkischen Dichters Turgut Uyar, die 2014 während der Proteste um den Gezi-Park zu einer großen politischen Kraft wurden, obwohl sie sich, sozusagen auf dem Blatt, nicht ohne weiteres als politische Gedichte zu erkennen geben. "Wir sind die Verse von Turgut Uyar!", riefen die Protestierenden und sprayten seine Verse auf Häusermauern. Ähnliches geschah mit einem Gedicht des ungarischen Dichter István Kemény, das viele vielleicht gar nicht als politisches Gedicht bezeichnen würden. Ich würde sagen: Bewusste Sprachkritik, Skepsis gegenüber manipulativen und feindseligen Verwendungen von Sprache, gute Neubeschreibungen können schon eine Vorform von Widerstand sein.“

PS: Derzeit hält Monika Rinck online die Frankfurter Poetikvorlesung (24. 11. und 1. 12.).
 

 

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