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Das Kunsthaus Kannen Buch. Kunst der Gegenwart - Art Brut und Outsider Art

Das Kunsthaus Kannen Buch stellt 45 Künstler vor, die seit nunmehr zwei Generationen im Kunsthaus arbeiten. Ihre Arbeiten belegen die Spannbreite und den Reichtum kreativer Äußerungen, die in einem geschützten Raum der künstlerischen Begleitung entstehen. International renommierte Kunsthistoriker, Museumsfachleute und Kuratoren für moderne und zeitgenössische Kunst ordnen mit ihrer Expertise die in vier Jahrzenten künstlerischer Tätigkeit gewachsene Sammlung reflektierend ein. Die Kunstwerke machen sichtbar, was es heißt, das Leben frei in den Blick zu nehmen: als "nagelneuen Tag", als "Schneeweißespapier" (Robert Burda). 

In all seinen Bildern hält Fränzer eine „spannungsreiche Ambivalenz“ aufrecht, wie Heike Endreß, Oberärztin im Alexianer Krankenhaus, betont. Stilistisch setzt er auf farbliche Kontraste, eine unpersönliche Zeichnungsstruktur und die serielle Wiederholung des Motivs in der Art eines Logos. Großformatig malt er etwa die Geldnote eines Amerikanischen Dollars und die einer Deutschen Mark. Geometrische Farbformen und Motive wie Sonne, Mondsichel und Stern gibt er wie auf Fahnen oder Bannern formelhaft und plakativ wieder.

Aber nicht nur Dinge und Konstellationen, sondern auch Namen repräsentieren Macht.
Gleich gültig ruft Fränzer seinen eigenen Namen mit dem von religiösen Propheten und politischen Führern, Diktatoren und Sportidolen, Kriegs- und Nachkriegsgrößen auf: Johannes der Täufer, Adolf Hitler, Helmut Haller, Bubi Scholz, Max Schmeling, Hans-Jürgen Fränzer! Wenn der Künstler seine Bilder signiert und datiert, setzt er dagegen beides meist in Fragezeichen. Fränzer habe oft gefragt, wer er sei. Sein Werk ist nicht nur ein lautes Echo vom Lebensgefühl der Arbeiter im Ruhrgebiet der 50er Jahre, wo er in Gelsenkirchen seine Jugend erlebt und eine Lehre zum Maurer macht, bevor er mit einundzwanzig Jahren erkrankt und später ins Haus Kannen kommt. Es fragt auch nach der eigenen Macht in der Welt der geschaffenen Symbole. Ein gespaltenes Bild des Menschlichen ist bei Fränzer der kindliche Teufel mit einem Kreuz um den Hals oder der Kopf eines Tiers mit menschlichen Zügen. Die Kraft des Symbols liegt wie die (Ohn-)Macht des Menschen letztlich in der Offenheit, denn alles ist gleichzeitig denkbar.“ (Das Haus Kannen Buch 1994)

Herausgeber: Alexianer Münster GmbH
Format 23x28 cm, 304 Seiten
148 farbige und 45 s/w Abbildungen
Hardcover, gebunden mit eingelegter DVD
Deutsch
ISBN 978-3-7356-0303-6
35,- EUR (42,70 CHF)
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WDR · Art Brut im Kunsthaus Kannen. Interview mit der Leiterin des Kunsthauses Frau Inckmann.

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