Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

taufware für die gottlosen

 

horngeflitter, unterdrahtet. ohne dass wir es sehen
geht eine höhle auf, wird weisse haube
über tage, bricht. jahrhunderte feinfühligkeit
haben die leere nur gefeiert, es kommt aber darauf an,
sie zu füllen. mit muschelfleisch, squirrelschwänzen.
kotzen auf die aussichtsgalerie, damit die berge
gelegenheit bekommen zu applaudieren.
vom abschnitt abgeschnitten, über alle vier räder
versunken in wahrhaftigem eis.

*

naturtheater: beraubter hügel, und die tannen
stichflammen. wie lange durchhalten,
wie lange fallen? als uns mulmig wurde,
war es zu spät. wir könnten die umrandungen
unsere träume akzeptieren, verankert
im ungeplanten. stroh ruht unter unseren sohlen,
klapperschlangen. eine bruchlandschaft,
komponiert aus kontinenten. und wir:
trapper, seefahrer, höhlenreisende, pechmädchen.
der teich im tal nur schlechtes wasser,  
taufware für die gottlosen. ein anfang.

*

neuigkeiten erreichen uns in panoramaqualität,
übel von überall. tröstlich wartet gestein hinter der hütte,
stützt unsere erwartungen. und wir schlafen
als schliefen wir zum ersten mal, träumen verlandungen,
raumregister. der letzte bauer der region
bringt ein geweih nach hause, legt es uns vors tor.
er macht seinen acker dicht. der see,
überfordert von all den urlaubern, schlägt zurück.
eine welle, und: stille auf den pisten.

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