Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

bühne

gesänge kommen aus dem wald, hellen
die bäume auf, die dunkel zueinander stehen.
davor kreist ein milan über der wiese,
auf der sich weiße kleider in den körpern drehen,
vom licht bestickt, vertanzen sie die zeit.
luft löst sich in diesen stimmen, atmet auf.
die gerste ist schon reif und hat ihr gelbes tuch
an land gezogen. der sprung des rehs zerschellt
an einer wand, die ich nicht sehen kann,
in einem hall, von dem der traum erwacht.
hinter der tür singt mutter an dem bett ein lied,
in dem ich frier. und vater schießt durchs fenster
glas in sein gesicht. das gras steht höher als der zaun.
ein hase springt mir auf dem weg entgegen,
bis er mich sieht. und immer wieder höre ich
den schuß in weiter ferne, der mir sie näher bringt.
die bühne vor dem wald bleibt aufgebaut.
in alle winde ist das lied verschneit.

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