Text des Tages

Norwegische Nacht

Der Film läuft parallel zur Januardämmerung: Draußen
wird es dunkel, während das Innenflimmern sich gleich
bleibt, wie die gewohnten Handgriffe in der Küche:
eingießen, aufwischen, in den Schrank stellen, noch
eine Nachtschicht. Draußen der harsche, fast grelle Mond
und vier Polarsterne ins Muster der Jacke eingestrickt.
Das Rascheln von weißen Betten, die bezogen werden,
und das Knirschen des Schnees unterm Stiefel
klingen plötzlich verwandt, doch es fehlt jemand.

Am Tag zuvor ist ein Hubschrauber im Farbmuster eines
Schwertwals meilenweit über die weiß leuchtenden Fjorde
geflogen und weit übers immer gleicher werdende Meer.
Dem Winter entgegengesetzt fing sich das Tageslicht
blendend in der alles umgebenden Schneelandschaft,
so wie es sich im Sommer auf den Schuppen der Fische
und im Wasserglanz der angeschwemmten Algen wiederfindet,
so als ob man dich jahraus, jahrein daran gewöhnen wollte:
Da bleibt, da kommt, da ist: immer noch das Licht.

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