Fixpoetry

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Text des Tages

Ein Gedicht an Ivan #13

Komisch, dass man glaubt, die Zeit teile sich, wenn die Zeit eigentlich nur ihr zeitliches Ding abzieht und man selbst derjenige ist, der festlegt, „das hier ist jetzt ein Anfang“ oder „das ist ein weiteres Ende“. Bei manchen Aufbrüchen zieht sich das Herz ein wenig zusammen. Ich schlief kurz in deinem Bett Dann schwamm und sang ich in deinem Zimmer. Dort zu sein, fühlte sich gut an auf Wiedersehen zu sagen zu dir und deinem Behältnis und zu deinem Bett. Diese Zeit mit dir war so schön. Dich hineinzulassen, gehalten und umsorgt zu werden. Wenn es sich anfühlt, als ob der Morgen so voller Zeit ist. Du hast mir gefehlt, und nun kann ich mir die Zeit mit noch mehr von deinem Fehlen vertreiben. Ich wünsche uns Farben und Schafe und sanfte Flusshände

Dieses Gedicht endet mit einem CocoRosie-Zitat:
„I watch you in your sleep even when you’re not there.“

 

 

Übersetzung: Tabea Xenia Magyar. Sie übersetzt vom Englischen, Französischen und Polnischen ins Deutsche. Sie lebt und arbeitet freiberuflich als Übersetzerin, Autorin und Choreographin zwischen der Schweiz und Berlin

Erschienen in artiCHoke #17

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