Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

auf der couch

1
wir, diese eigentümerversammlung
von weitem ich, auf der stirn
intelligente rote steine, sprechende bienen
verräterische fußspuren-

durchdrungen von dem gift
aus dem sommer werden kann, und flucht-
gedanken, bitte, desinfizieren sie mich-

2
im traum war ich ein krankenhaus
spezialisiert auf bienen, rote steine
gift, aus dem sommer werden kann
und streuendes schweigen aller art-             

sie traten als arzt auf                                      
auf ihren knappen zetteln                              
friedensangebote und freisprüche-

3
je näher sie kamen, desto heller
wurden alle meine gesichter.
ich konnte die kleinen zettel
nicht greifen, war aber

beim aufwachen euphorisch
-die bienen waren weg-

4
ich will wissen, was stärker ist:
die tritte, das gift oder die zukunft.
dort sitzt oft eine grinsende katze.                         
als wüsste sie alles

schaut sie mich an, von einem ort aus
an den ich nie gelangen werde.

5
jagen sie dieses tier weg.
nehmen sie mir die flüsternden schläuche ab.
desinfizieren sie meine zukunft.

legen sie tonspuren zwischen uns
auf denen ihre schlagzeilen, mein gestammel
die freudschen versprechen laufen.
verwandeln sie mich und bitte:

geben sie mir ein taschentuch.

 

 

 

 

Aus: Schöneitsfarm, Verlagshaus J. Frank 2012
Der poetische Blick, eine Buchbesprechung von Dominik Dombrowski.

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