Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

komische tage, der erste in zwei varianten und der zweite mit refrain

tag eins

ich träumte das wort richtungsverfall,
das außertraums im maschinellen existiert.
taucht nirgendwo sonst auf.
wie alles wesentliche, zufällig, nie gesucht    
und zahnlos-

oder war es so:
ich träumte das wort richtungsverfall
schlug es nach
es lebt in mechanischen zusammenhängen
im patentrecht, sonst schwimmt es
durch träume und schaukelt an tage
                                                            wenn’s will
                                                           wenn ich es nicht will

aus dämmen entwischt entropie,
nimmt zu während richtung zerfällt.
richtungswahl ist mit einem verlust arbeitsfähiger energie verbunden.
schreibt artikel besser im hellen.
                                                               gurtspiele am tag
                                                               richtungsspiele zur nacht

tag zwei

ein tag auf kaltem fuß
ans verschwinden gewöhnt
noch vor dem ersten schritt
beginnt ein streichen alter
bewegungen (kopfnüsse, krümmungen)
und immer geht der atem aus
arztbesuche unregelmäßiger als die
von freunden.
ich mache sport.
ein loch an der ferse gilt als
fußgeld, kälteeinlass gratis, angemessener verschleiß.
wollen alle dringlich herein,
ans verschwinden gewöhnt
und immer geht mir der atem aus.
zwei mal flog ein vogel mir ins ohr.
durchs loch im strumpf wär er sonst
wär der weg nicht so seltsam & weit.

 

Erschienen in: STILL 6 Berlin Edition 2018

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