Fixpoetry

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Text des Tages

Quai Saint Michel – unter den Bouquinisten

Tag für Tag unter dem Quai Saint Michel
steht ein Mann zwischen den Bögen
am Ufer der Seine steht ein Mann
und reckt sich empor
als wolle er fliegen
als wolle er fliegen so wirft er sein Brot in die Winde
und wirft seine Arme und Hände gleich mit,
dass sie nur kommen,
dass sie ja kommen über die Häuser, über die Dächer
damit sie ihn holen über die Straßen, die Stände
sie kommen, sie kommen,
sie stürzen zu Tisch, meine Freunde,
für Euch, meine Freunde, für Euch nur das Beste
wirft er das Brot in die Winde
sie kreisen und kreisen
und kreisen ihn ein
die Münder geöffnet, die kreischenden Münder
als wenn sie ihn rufen,
als wenn sie ihn küssen
die Wangen, die Haare, die Federn so leicht
so fliegt, meine Freunde, so fliegt denn
Ihr Krumen, Ihr letzten,
wirft er leere Hände,
und nur leere Hände wirft er Tag für Tag

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