Text des Tages

drachen

die tage trocknen aus
der wind leckt die letzten
tropfen aus dem gaumen
ein rinnsal beim zauberwort
zitrone hält uns über wasser
wir verharren im standby
halten uns fest am papier
das uns etwas verspricht
wir können es nicht lesen
unsere augen sind verstört
von vierzundsiebzig bildern
pro sekunde die uns die
zeit so verdichten dass
wir nicht mehr ein und aus
wissen obwohl die schilder
für exit besonders grell
leuchten aber die eingänge
sind verstellt lassen sich
nur über die zugbrücke
den großen flaschenzug
öffnen einmal im jahr
nachts wenn es keiner
vermutet und so falten wir
das papier zum drachen
schicken ihn hoch und hoffen
der wind spielt mit
er sieht voraus
kann uns berichten

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