Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

Insomnia

es ist nun still genug wir sind bereits ein bild ein blick die abwesenheit von straßenzuegen insomnia sonnengeviert haunting preface
offenlegung der stimmen nenne es sommer eine ueberfahrt unsere haut
in wellen an die schultern gelegt nautische wendigkeit natura naturata
ueberlegungen zu einem schatten den du traegst auf unserem bild ist
die stadt nur einen augenblick lang hier das vertaeuen der seile der fluegel schlag der voegel die unruhe vor einem gewitter das wir erahnen
ueber den bergruecken unsere ankunft hielten wir versteckt spieltest mir
saetze zu hießt mich segel setzen den wind triebst du durch meine haende    

                             

                                                                & dass wir unentdeckt bleiben wuenschst du dir
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durchstreiften das rauschen das kam aus unueberbrueckbarer naehe straßen zogen uns nach sich wir tasteten uns an haeuserwaenden entlang
ließen die nacht steigen sturmacker nannten wir das meer das wir bargen und ueber die bruecken der stadt hievten

 

                & wenn du willst, dass wir gespenster sind, geister, hidden gestures
                wenn du willst, dass wir (…)

 

       wuchsen ueber die grenzen jenes viertels hinaus das wir angelegt
       wussten uns kindheit zu spielen einen krieg zwischen den lippen
       ließen wir fluechten sagten uns das meer wird uns wieder einholen
       wir werden land gewinnen einen schatten in den ersten stunden des tages
       werfen erzaehlung um erzaehlung von gestuerzten tauben der westdrift
       den passatwinden an deinenfingerkuppen lese ich unsere begegnungen ab
       all die jahre die wir uns bleiben hießen

 

 

 

VONHIERSINDESNURMEHRDERHIMMELUNDDASMEER
WEISST DU, WAS MIR ANGST MACHT, IST NICHT, DASS WIR NICHT WIEDERGEFUNDEN WERDEN. WAS MIR ANGST MACHT, IST, UNS AN DEMSELBEN ORT WIEDERZUFINDEN, VON DEM WIR AUFGEBROCHEN SIND 
                                                                                                                                                                                                     oder                  

 

 

                  das ganze zunderwerk an den fueßen    &

 

                                                                   an den raendern
                                                                   das knistern

 

 

ich schuerfte in den jahren den tagen vorbei war ein winter, kind
schrieb ich die wellen in den wind weißt du noch die letzten tage
an land buchstabierten uns aufbruch und ankunft an die handruecken
die briefe eingenaeht in ovids manteltasche fuhren wir bis ans ende der
karten dort sahen wir boote ablegen nachts die aufkuendigung der umrisse
wir versprachen uns eine stadt zu erinnern fluesterten wegwenden oder
was alles gehoert nun uns

 

Wir gratulieren Christoph Szalay zum 2. Platz beim Feldkircher Lyrikpreis 2015 sehr herzlich!
Das Gedicht erscheint auch in: Feldkircher Lyrikpreis 2015 // Lyrik der Gegenwart | Band 52 // Erika Kronabitter (Hg.) // edition art science

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