Text des Tages

FLANKEN UND HALME

shirl war reiner nektar. das lunch
bestand aus brot und scharfem
käse, küsse und feigen, die früchte
noch grün. die felder rochen
nach frauenschweiss.
wir streiften und schnitten
unsere flanken an halmen,
ich fand uns sehr schön.
und weil wir vergaszen, wo
sandalen und kleider verwelken,
waren wir kunst.
der abend ein aufatmen urin
und sprengen der wunden mit wein.
das brannte, machte uns geil,
in der nacht aber stritten wir blut
und kratzten frostige schmarren ins bild.
geh heim, junge, und sag deinem vater,
dir kann ich kein lehrer mehr sein.

Aus: DIE HARTE SEITE DES HIMMELS, Crauss, Verlagshaus Berlin 2018

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