Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

Stiller Mittag

Geöffnet in das lange frische Gras
ruhn deine Hände und wie Rosenblüten
deine Fingerspitzen. Und die Wolkenmythen
legen auf die Weide Schattenmaß.

Um unser Nest ein Lichterspaß,
Ranunkelfelder und ihr Gold mit Silberrand,
dort am Fenchel bei dem Weißdornstand -
Stille sieht und macht aus Stunden Glas.

Wo im Gebüsch, wie blauer Zwirn verlängt
vom Himmel, die Libelle niederhängt,
fällt in die Tiefe diese Stunde klar.

Und unsere Herzen pochen unaussprechlich
die Zeit und ihre Macht zerbrechlich,
daß zwiefach Schweigen Lied und Liebe war.

Nachdichtung Frank Milautzcki, 13.01.2013

 

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