Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

Dich durchdenken

(zum Jenseits hin)

Tausendmal geht es mir durch den Kopf
es lässt nichts anderes
durchgehen, durchatmen
und dennoch
durch und durch
geschehen Sachen

mitten am sonnigen Tag
mitten auf dem Freiheitsfeld
mittendrin ein Abschied
zwischen Wolken und Grillrauch
zwischen Geschichten von den Mengen,
die die Menschen herumschleppen
durch die Bahnen und Pfaden diesseits;
irgendwo dazwischen
eine kleine ausgegrabene Stelle
für ein ruhiges Danach
ein offener Erdpunkt
weder hunde- noch wasserfest
für eine winzige Freiheit jenseits.

Tausendmal geht es mir durch den Kopf
nichts ist vorbei
denn durch und durch
geschehen Sachen

Das Konzert in der B.- Kantine
ein Abend als Zentrum des
gesamten Geschehens
in mir, dir, uns, ihm
ein Blickkontakt wie ein Lichtblitz
geht durch die Lichtjahre
des Geahnten und Geliebten hindurch
eine Stimme die eine Stimmung bestimmt
ein Durchgang zum dunklen und tiefen Jetzt
als Ankündigung des Jenseits:
„and I feel good
and I feel fine“.

Tausendmal geht es mir durch den Kopf
durch und durch - du
und Sachen geschehen

An der Ostbahn, nachts
eine ruhige Route, großgebaut
stillgelegt in Sachlichkeit
eine Industriemeile ohne Durchgang
zum großen Geschehen jenseits,
eine Sperrung, ein Rundgang
durch die Berliner Kehrseite
zum Kennenlernen und Durchdrehen.

Und weiter geht es mir Tausendmal durch den Kopf
und durch und durch dich
geschehen Sachen
und sie nehmen menschliche Gestalten an
und gehen über die Brücken
und sind Statisten
im großen Theater an der Spree
und gehen und gehen durch
und gehen über die Bühne
oder warten in Schlangen
und ich gehe durch sie hindurch
und es geht mir wieder
Tausendmal
durch den Kopf
und durch und durch
geschehen Sachen,
die dich durchdringen
und das Jenseits
durchbrechen.

Mehr Bilder und Texte des Tages