Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

heim@land

du öffnest stunden um nachzusehen
wie es dem neckar geht
er fließt noch immer
und die buche steht da
mit eichhörnchen efeustrümpfen krähengekläff
verschrumpelten blättern
winterhart

°
nach dem regen
fließt der neckar schneller
wie am ende des urlaubs
und mit dem alter
die fließgeschwindigkeit zunimmt

du suchst den algorithmus
und den kontingenzgenerator
ein wenig verweisungskraft

für die vögel im orchestergraben
die sich einstimmen
reißt du deine arme hoch

während der himmel einen spiegel -
schwingst du den auftakt
springst du hinein
verschwindest im bild

°
den fluss nenne ich meine straße

sprache
was meine augen suchen nenne ich
wasser zur meer hin

das ende ist immer das meer

staub wischen und selber sein
das ende ist das meer

entlang des straßenflusses
immer das neue
schwäne die hinunterziehen
und wieder hinauffliegen
immer das gleiche
aber nacheinander
auf einem anderen fluss

kräuselungen wie fußstapfen auf seiner oberfläche
und was alles sehen wir nicht?

Bisher unveröffentlicht

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