Fixpoetry

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Text des Tages

Drehgedicht [cut]

 

Sie vergaß ihren Mantel. Die Nacht fiel auf die Pflastersteine wie eine Katze. Dieses Bild beruhigte ihn ein wenig. Sehr bald würde sie zurückkehren. Die Häuser-Gräser-Häuser-Gräser-Kette hatte er im Voraus gesehen, bevor sie den Rückzug nahm. Dies geschah. Doch für ihn zu spät.

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An die Frische wollte er. Langsam führte er seine Arme zusammen. Zuerst formten sie einen Kreis, dann überkreuzten sie sich, und schließlich umarmte er sich selbst.

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Auf der Theke lag ihr bunter Schlüsselbund. Im Hintergrund hörte man den Lärm des Geschirr-Spülen-Abtrocknens. Ein O-Ton durchdrang den Raum, diesmal winkte ihr der Ariadnefaden, im Labyrinth eines wenn-er-Konjunktives. Um ein Haar schwarz war ihr Haar.

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Diese Zeit glich dem Ende des Herbstes. Vernebelt und leicht verwirrend war sein Sich-Antasten in der Rocaille der Liebe. Ihre Form suchte er im Atem einer See.

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Sie äußerte einen Wunsch. In der Pause des Ausgießens strömte nur ihre Sehnsucht. Vorbei gingen sie, die scheinbar glücklichen Passanten, ohne es zu merken. Sie nippte an ihrem Wein. Es folgte die kurze Geschichte des Abtragens.

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Er wünschte es sich. Aber dann konnte er höchstwahrscheinlich nicht bleiben, am Seil des Lebens. Keine ein-noch-zweifache Erkenntnis: Das Verlernen des Alleinseins, auf Naxos.

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