Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

angeschirrt an deinen acker tante marta. losziehen bis das pferd verendet
bis die eisluft deinen atem holt. dein gedächtnis wirft steife brisen

auf das feld. wetter furchen deine haut. zähe kälte zieht am kragen
deinen ahnenpass tritt ein soldatenstiefel. der gleiche graue nordwind läuft

in januartagen dir entgegen. der letzte farbsatz deiner haut auf dem foto
steht dein gespann vor dem weißgetünchten haus. tannenhecken und du

mit deinem hut auf dem kutschbock fährst seit an seit mit dem onkel
der die zügel hält. deine kinder, die im kindbett blieben. du hast

vom dichten licht geschwiegen, hast das alte, kalte land durchfahren
in deiner stirn die gegengeister dieser landschaft werfen gleichsam samen aus

streu sie in den sand, wie gedanken an die memel. sie liegt in deiner stimme
wie im nebel kaum erwacht, steht dein fuhrwerk still. das pferd ist ausgeschirrt

lass uns deinen garten neu begraben, deinen schatten pflügen. weiden hocken
jetzt im schnee.

Wir gratulieren Hartwig Mauritz zum 2. Platz beim feldkircher lyrikpreis 2016 sehr herzlich!

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