Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

Wohin nur wirfst du mich, verworrne Seele!
Gestrüpp zerriß das Kleid, Zweige zerrten das Haar.
Der lange Schrei brach in der trocknen Kehle.
Und nun ist Nacht. Und alles ist Gefahr,

und alles fremd. Kein mütterliches Haus.
Kein Freund, der des Verirrten Hände faßt.
Alles sieht kalt und strengverschlossen aus.
Nirgend in aller Welt erwartet man den Gast.

Ob ich hier stehe oder irgendwo,
wer fragt danach. Und das, wovor ich floh,
ist hier wie dort, wird allerorten sein.

So lege ich den Kopf auf einen Stein
und sage Heimat zu dem kleinen Flecke,
des Gras ich mit dem müden Körper decke.

Aus dem Band Gedichte 1921, Seite 23

Mehr Bilder und Texte