Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

Das Kind, das blinkt

Das Kind, das blinkt, und du, ihr spielt Verstecken. Du stellst dich an einen Baum, zählst. Ich komme!

Du drehst dich um und siehst eine Landschaft. Bäume, Gräser, Steine und ein Gebüsch, das in schnellem Takt blinkt. Du tust so, als würdest du es nicht sofort sehen, suchst vielleicht erst noch ganz woanders, aber irgendwann wird es albern, du gehst auf das blinkende Gebüsch zu, und das Blinken wird immer schneller, weil das Kind deine Schritte hört und aufgeregt ist. Du schiebst die Zweige auseinander. Das Kind sitzt da, blinkt und hält sich die Hände vors Gesicht, als würde das irgendetwas nützen.

Es ist nicht leicht, ein Kind zu sein, wenn man blinkt. In der Schule machen sich die anderen darüber lustig. Wenn das Kind ins Kino geht,rufen die Leute: Was blinkt denn da? Und: Kann das mal jemand ausstellen?

Es ist gut, dass ihr befreundet seid. Du bist wichtig für das Kind. Du stehst im Gebüsch, direkt vor dem Kind. Es blinkt, und du leuchtest ein bisschen. Es winkt, und du sagst: Hab dich, und merkst, es klingt wie: Jetzt bin ich wieder da.

Mehr Bilder und Texte