Text des Tages

morgens um vier schlägt
die stunde des konjunktivs.
ich verweile noch
auf der schlafgrenze,
lasse nur meine beine in die
ungeduldig wartenden aufgaben hängen.
 
zug um zug
wie ein schachspieler
verfolge ich mein leben mit
anderen entscheidungen, anderen
pattsituationen. das wäre
 
nicht mehr ich, und leiden
ist nicht die voraus
setzung für eine gelungene rede.
die bettdecke macht deinen
 
atem sichtbar, ich bin
genau dort,
wo ich sein wollte.

Aus: Jürgen Brôcan · Mathias Jeschke (Hg.), Schädelflüchter, Horlemann Berlin 2015