Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

Das Menzel-Dach

für Ruth

Gegrabene Gänge
beim Hohlen holistisch –
kommt es von allein
auf uns zu
und du bist
noch da,
in der Tasse des andern,
unter der Welt
eines anderen Künstlers,
der nicht du bist,
aber der du auch bist,
kommt hinter dir her,

wir fangen
an zu drucken,
uns Guten Tag zu sagen,
zu dutzen
unter dem Blau
bemalter Wände.

Du packst deine Koffer,
baust das Gewachsene ab,
keine Angst, was du liebst
ist noch da, zwischen
Zeilen, da war
ein Baum, ein Blatt, ein Spiegel,
ein Kreis, ein Ei, auf das du maltest:
man kann auf alles schreiben, du über-
windest das Leere, das kommt
von allen Seiten her,
durch Rillen und Ritzen
zugiger Dächer und Fenster,
bricht nie ganz durch, hat uns
in der Hand, die uns würfelt
kistet in transportable
Pakete veschleppt,
die behalten
uns und wir sie
auch wieder nicht.

Weiße Wände,
nochmal von vorn, die Wand
wird tragbar und trägt, wir
mit Schmierfingern
lümmeln
ständig am Werk rum,
doppelt gestabtes Haus.

Feuer in Papiertonnen machen
die Nacht warm, gewärmte
Gespräche löffeln wir auf,
geben ihn weiter, tauschen
Nahrungswerkzeuge in Taschen,
immer griffbereite Pinsel, Stifte, Griffel,
verlängerte Hand,
Geschirr.
Wir schmirgeln uns aneinander ab, schleifen
am andern den Stein.

Unter deinem Dach,
in meinem alten Haus:
Bei uns steht auch unser Ort auf,
wenn wir uns ansehn, Gewölbe;
im wieder aufgehobenen Löffel
erinnerst du mich an dich.

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