Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

All this is language

(for Ayodele and Idara)

This, all this, is language:
a sullen mob of rain distant and murmuring,
wind whispering low rumour in the bushes,
clear shout of light over the hill.
The earth is utterance:
hosanna! is the scattering of pigeons,
hallelujah! stands the tree in the noon hour,
selah, the psalmody of waves in the late afternoon.
Branches like epileptic prophets in the wind
gibber wild questions at blue silence
and the taciturn ground, in sudden joyful places
cries: chrysanthemum! rose! bougainvillaea!
i listen, half-remembering....

The river, talking often in its sleep
a long sentence, an incantation
of silver and white feeling tumbling too quick for thought ...
damn, the river makes no sense at times
but words are like that
especially when spoken, like wind and water words.
So lately i trust the rocks especially;
they write their messages.
They intend, like all the ancient poets,
their words should take the weathering
of time, stay true as epitaphs.
Awed by that vocabulary – of things themselves –
i am illiterate, dumb before them.

This morning now, raw wind tearing away leaves,
the sky unscrolls
that puzzling calligraphy of clouds again.
i shake my head, turn to
the rugged cuneiform of dry-river stones,
quick script of wind on grass,
blackbirds printed on blue morning -
all, everything, like ciphers in a code,
hieroglyphic messages i used to know....

On days like this
i try to read the earth-poem
but a scrawl of haze, a smoke
from something charred, but smouldering
sneers over the landscape.
Singed, the young grass twinges
memory, the scent of childhood insidiously accurate
rises acridly and stings.
On days like this my eyes run
and everything is blurred

 

Veranstaltungen im Rahmen des 19. poesiefestival berlin
1.
Poesiegespräch: Weltklimagipfel der Poesie
Sa 26.5.18 um 18.00 Uhr
Akademie der Künste
Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
Clubraum

Gespräch mit Tsead Bruinja NLD | Imtiaz Dharker PAK | Kendel Hippolyte LCA | Jessie Kleemann GRL | Outspoken ZWE
Moderation: Daniela Seel DEU Herausgeberin, Dichterin | Arne Riedel DEU Ecologic Institute

Temperaturextreme und Wirbelstürme treten verstärkt und in immer kürzeren Zyklen auf. Die polaren Eismassen ziehen sich zurück, der steigende Meeresspiegel überflutet erste bewohnte Inseln im Pazifik. Der Klimawandel bedroht die Menschheit. Was aber bedeuten zwei Grad globale Erwärmung und was ist, wenn sie überschritten werden? Dichterinnen und Dichter reagieren auf diese Fakten. Im Poesiegespräch wird sowohl poetisch als auch politisch geprüft, was Poesie zum Thema Klimawandel beitragen und womit sie Aufmerksamkeit für das Thema erzeugen kann.

Die Veranstaltung wird englisch-deutsch gedolmetscht.

Das Poesiegespräch: Weltklimagipfel der Poesie wird freundlich unterstützt vom
Königreich von der Niederlande, der Danish Arts Foundation, der Königlich Dänischen
Botschaft Berlin, ECHOO Konferenzdolmetschen und dem British Council,
im Rahmen des Großbritannienjahres „UK/Germany 2018". Es findet in Kooperation
mit dem Forum Berlin der Friedrich-Ebert-Stiftung und dem Ecologic Institut
(freundlich unterstützt von der Stiftung Mercator) statt.

2.
Klimawandel in Poesie
Sa 26.5.18 um 20.00 Uhr
Akademie der Künste
Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
Kl. Parkett

Lesung und Gespräch mit Tsead Bruinja NLD | Imtiaz Dharker PAK | Kendel Hippolyte LCA | Jessie Kleemann GRL | Outspoken ZWE
Moderation: Daniela Seel DEU Herausgeberin, Dichterin

Die Erderwärmung regt die Fantasie an, zumindest die ihrer Leugner: Donald Trump hält sie für eine Erfindung von China, das der amerikanischen Wirtschaft schaden will und die AfD verdreht Ursache und Wirkung, wenn sie die „Massenmigration” nach Europa für die Erderwärmung mitverantwortlich macht. Diese und andere krude Theorien lenken nicht davon ab, dass erste Inseln im Meer verschwinden, Gletscher schmelzen, Hurrikans und Überschwemmungen Landstriche unbewohnbar machen und Dürren die Verelendung ganzer Regionen vorantreiben. Längst lösen Klimakatastrophen Flüchtlingswellen aus, und auch in Europa ist nicht nur „Holland in Not“, wenn staatliche Programme zur Erweiterung der Deichanlagen aufgelegt werden.
Die Poesie beschäftigt sich längst mit diesem Thema. Sie kann die Auswirkungen des Klimawandels auf den Menschen, die im Unsichtbaren wie Sichtbaren wüten, sprachlich anders fassen und begreiflich machen. In einer Gesprächs-Lesung ruft der karibische Autor Kendel Hippolyte in Erinnerung, dass der Mensch anders mit der Umwelt umgehen würde, wenn er die Natur als eigene Mutter verstünde. Die britisch-pakistanische Autorin Imtiaz Dharker macht den Klimawandel zu einer persönlichen, privaten und erfühlbaren Angelegenheit, und die grönländische Autorin Jessie Kleemann verfasst ihre melodischen Texte auf Inuit: einer Sprache und Kultur, in der Natur und der Klang von Sprache direkt miteinander verwoben sind. Tsead Bruinja beschäftigt, was die bedrohlichen Folgen des ansteigenden Meeresspiegels für die Niederlande bedeuten, wohingegen Outspoken aus Simbabwe die Dürre poetisch „einfängt“.

Zur akustischen Begleitung kreierte der deutsche Musiker und Performancekünstler Kalle Laar einen Klangteppich der Naturkatastrophen.

Die Gedichte liegen in deutscher Übersetzung vor. Die Veranstaltung wird englisch-deutsch gedolmetscht.

Die Lesung Klimawandel in Poesie wird freundlich unterstützt vom Königreich der
Niederlande, der Danish Arts Foundation, der Königlich Dänischen Botschaft Berlin,
ECHOO Konferenzdolmetschen und dem British Council, im Rahmen des
Großbritannienjahres „UK/Germany 2018“. Es findet in Kooperation mit dem Forum
Berlin der Friedrich-Ebert-Stiftung und dem Ecologic Institut (freundlich unterstützt
von der Stiftung Mercator) statt.

3.
Was für Klima!
Mo 28.5.2018 von 9 – 13 Uhr
Akademie der Künste
Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
Besprechungsraum

Workshop für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9-12 (mit guten Englischkenntnissen) mit Kendel Hippolyte

Im Workshop untersuchen die Jugendlichen Thesen von Kritikerinnen und Kritikern des Klimawandels und bilden sich mit dem Dichter und Klimaaktivisten Kendel Hippolyte aus St. Lucia eine eigene Meinung in dichter Sprache. Dann werden Percussionsinstrumente ausgepackt, den eigenen Slogans ein heißer Rhythmus gegeben und mit Musik das Feuer vieler Stimmen entzündet.

Anmeldung erforderlich unter:
Projektleitung: Karla Montasser

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