Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

Echo

Doch als er ging, war das Phantom der Worte
Mit der Bewegung seiner Hand geblieben.
Man sah ihm nach, man schüttelte den Kopf.
Man wiederholte alle Gesten,
die aber nur ein schlaffes Regen waren,
Und mit emporgezognen Augenbrauen
Sah man noch einmal nach der nahen Tür
Und hörte alle Klänge seiner Schritte
Und alle Schritte seiner letzten Worte ---
Und sah vom Fenster noch ihn auf der Straße,
Wo aufgestörte Reste jener trägen
Gelebten Stunde her und rückwärts flogen,
Und die Phantasmen unerlöster Fragen
Unsichtbar wirre Vogelkämpfe schlugen.

 

Am 02. Januar 1915 erschien in der Aktion ein Gedicht von Konrad Hahn – es gehört zu zwei von ihm überlieferten. Von einem Konrad Hahn tauchen danach keine Gedichte mehr auf, weder in der Aktion noch in anderen expressionistischen Zeitschriften. Wohl aber ab Dezember 1916 wieder Gedichte eines Werner Hahn, bis hin in den September 1919, wo ein kurzes Karl Liebknecht gewidmetes Drama in der Aktion erscheint. Die Personen Konrad Hahn und Werner Hahn sind identisch. Mehr weiß man über ihn nicht.

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