Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

Auszug aus einem noch titellosen Sprechstück über Kämpfe und Ungeheuer.
Szene 27

27
In den Atem des Drachens pusten.
So wölkte ich, es entfachend, ein Feuer zusammen,

hustete bald fette Batzen, schnitt dem Drachen dann ab
seine Zacken, die Nagelschere band mich dabei

an harthufige Handlangerei, pingliges Basteln.   
Nein, vertan beim Kauf eines Haustiers hab ich mich nicht,

wir balgten öfter schon
in Gestalt eines vereinzelten Schwans.

Der Drache kullerte unter den Liegestuhl, illerte
durch Schlitze, zahmer Rest, der ihm blieb -

prall, dann, sein Hieb. Die Pranke achterte, traf.
In meinem Mund, waren das Pinienkerne,

so geradlinig nachgiebig, oder wars Split,
weiter weg bullerte, aufgeschürft, ein Knie,

Level sieben mindestens, es krümmten sich
in allen Diagrammen die Pfeile

der Bahnen der Kräfte, durch hundert Tunnels schob sich
eine Faust - die Wagenburg aus Gehabe,

sie lahmlegen oder brachial stanzend
durch sie watschen und dann

wär jemand Chefin der Dach-Etage? Oder Chef?
Jedenfalls, eines von zwei Überraschungsei-Tierchen triumphierte.

Das andere starb an papiernem Gewicht.

Der neue Gedichtband von Martina Hefter erscheint im Frühjahr 2016 bei kookbooks

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