Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

niemand, der sich unterstellen wollte

die topographie dieser gegend
ist ein maschendrahtzaun, der laufende motor,
der pickup verliert
den rest seiner farbe.
ich habe sie schon vergessen.

alles ist energieübertragung, wir
bewegen uns nicht.
was hier verhandelt wird,
sind keine sätze. es sind untertitel.

zu meiner linken, fern: zusammenkopierte,
gestapelte häuser, straßen
und eine exakt berechnete streuung
künstlichen lichts.

wieder fällt regen. (schimmernd die haut
dieses wagens.) jeder einzelne tropfen
unbedeutend, geschlagen, wie wir.
ich gebe dir deinen anteil zurück.    

kahl gewordene bäume, skulpturen,
stehen schwach im scheinwerferlicht.
das schwarze, greifbar
mit händen, das ist der himmel.

Als Poetryletter 252 erschienen im Juni 2013

Fix Zone - Mainzer Kulturtelefon: Aktuell zu hören ist Martina Weber, deren „erinnerungen an einen rohstoff“ im  Verlag des poetenladen erschienen ist. »Das Erregende an Martina Webers Lyrik ist zugleich das Perfor­mative: im Wort­material selbst zu erschaffen, wovon es nachträglich spricht. Das heißt: nicht der Gedanke formt das Gedicht, sondern das Gedicht formt den Gedanken.« schrieb Kurt Drawert im Nachwort.

Eine Besprechung zum Buch finden Sie auch auf Fixpoetry.

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