Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

An die Väter

(Karl Mickel, Peter Hacks, Wilhelm Bartsch) oder Kleinmütige Empörung wegen Nichtbeachtung durch den Schriftstellerverband der DDR in Versen

 

Götter, Ihr seid’s, dass euer Fall mich reut.
Ich ziehe die Hände aus den Taschen. Doch
Sah je jemand gerne einen über sich? Ihr bleibt’s!
Götter, alte Häuser, sprechen wir wie Literaten.
Dazu zwing ich Euch. Das ist mein Mittel.

Am Tag als Ihr die Welt schuft, war ich nicht zu denken.
Daher, daß Ihr mich nicht bedachtet, ist verzeihlich.
Das lernte ich von Euch, doch kann ich’s nicht benutzen.
Denn wie ich ein bess’rer Vater als mein Vater wär,
So ging’s nicht ohne ihn. Das ist der Ärger.

Als Erstes schrieb ich, sag ich heut‘, um Euch zu gefallen.
Kann sein, damals war’s, weil Ihr mir gefielt.
Welche Stoffe wär’n’s gewesen, dieser Zwiespalt ich und Ihr
Und Ihr und Ihr und ich, der Euch durchschaut.
Bewältigen Euch? Erkennen mich? Das wär das Gleiche!

Dann vergaß ich Euch vor andern Dingen. Ihr wißt,
Die Liebe, die Lust! Nicht, daß sie mir nichts mehr wär.
Aber damals ward sie Alles mir statt Schreiben.
Nicht nur Erregung meines Denkens, pur
Tauschte ich sie für Euch. Das bleibt der Fehler.

Götter, Euer Sturz erst offenbarte, dass ich Euch will.
Hier: Meine Hände! Seht: Sie sind zu sehen! Schrieben!
Was? Mein Zittern auf. Mehr? Seht die Kringel!
Schufen sie nicht Stücke schon des Neuen. Nicht zu spät
Ist mein Ruf, daß die Söhne ihre Väter erben.

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