Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

Die Ernte

Die Felder, Ähren und die Landmaschinen
auf ihren Bahnen, immer hin und her.
Die hohen Sitze in den Glaskabinen.
Die Hänger voll und dann schon wieder leer.

Die Hänger immer hinter den Traktoren
und die Traktoren immer hin und her.
Und da die Felder raspelkurz geschoren.
Und hier die Reifen, breit und schwarz und schwer.

Die Haspel und der Messerbalken wieder
und wieder drischt die Trommel aus dem Schnitt
das Korn und bricht den Halm in kleine Glieder
und immer nimmt der Traktor alles mit.

Der Staub, das Stroh, die Spreu, die Ballenpresse.
Die schweren Ballen, gelb und rund und breit.
Gebläseheulen und Motorenbässe,
von allen Seiten und die ganze Zeit.

Das Piepen beim rangieren und die Lichter
im Dunkel, das sich auf die Landschaft setzt
Und keins der Körner lag wohl jemals dichter
am anderen, wie nun zu guter Letzt.  

 

Aus dem Zyklus Dahrenstedter Dramen

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