Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

P.I. Tschaikowsky

Wann wäre uns nur einmal zugefallen,
Ganz frei von Klagen über Frost und Schneetreiben
Im Winter den Winter zu bewundern – die Vermengung von RYGM
Ins Weiße, und in der Sommerschwüle uns nicht zu erinnern
An das Schneehafte, und im farbenprächtigen Herbst nicht
Zu träumen von den zarten Halbtönen der Primeln
Im Einklang mit den Blühenden und den Wartenden,
Mit Kaleidoskop und Stasis.

 

Übersetzung aus dem Russischen von Daniel Jurjew

Seit seinen Anfängen hat Jerjomin den Ruf eines „Hermetikers“, der undurchdringliche Gedichte schreibt. Man war immer fasziniert von seiner Selbsttreue, seinem Desinteresse an Literaturmoden, seiner grundsätzlichen Weigerung, sich dem Leser anzubequemen. Er war schon immer bekannt und beachtet, aber erst in der letzten Zeit begann man allmählich Jerjomins Syntax und Gedankenstrom zu begreifen: Er wurde in den letzten Jahren gerühmt und geliebt geworden und gilt in der „Literaturgemeinschaft“ als ein großer Dichter, einer der Urväter der freien (inoffiziellen) russischen Poesie.

Eigentlich wäre es dringend nötig, ein Buch von diesem (auch im Weltmaßstab) sehr bedeutenden Lyriker auf Deutsch zu haben. Daniel Jurjew hat die Übersetzung größtenteils fertig. (Oleg Jurjew)

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