Fixpoetry

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Text des Tages

Es kommen andere Tage

Es kommen andere Tage.
Schatten ohne Grenzen, Flußland, mittagsblau,
a peaceful image, a happy one.
Im Geist gehe ich meine Möglichkeiten
noch einmal durch.

Beim Versuch, vollendet zu sprechen,
ertappe ich mich dabei, von Bäumen zu träumen.
Anfangs dachte ich, meine Augen seien zu lahm
geworden vom vielen in den Regen gucken,
aber der Fahrgast im Zug wusste bereits,
dass seine Fahrt zu Ende geht, und nickte

Wo die Zeit ihre Richtung dreht,
spielt die Landschaft Vergängliches vor.
Das Große droht immer, aber die Erkenntnis ist,
dass es am Ende so sein wird,
als sei nichts geschehen.

Wie oft bin ich ziellos
durch die Straßen der Stadt gestreift,
die Sterne und manchmal den Mond im Rücken,
um schließlich ohne Grund einen Fremden zu grüßen.
Rückwärts reisend ist der Himmel immer noch hell.

Der Bahnhof ist kein Ort, um sich auszuweinen.
Man ist dort immer jemand, der kommt oder geht,
aber im Grunde genommen sehnt sich jeder danach,
den Ort  zu wechseln, auch nach Gesten, die man liebt.

In der Eingangshalle vermischen sich Fußtritte
mit einem silbrigen Lachen.
Mein Verstand, der nicht echt ist, glaubt,
dass auch du hier auf mich wartest.
Es kommen andere Tage.
Im Geist gehe ich meine Möglichkeiten
noch einmal durch.

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